Fakten von

Amokfahrer-Prozess:
"R. war zurechnungsfähig"

Psychiate: "Kombinierte Persönlichkeitsstörung, kein Hinweis auf Schizophrenie"

Am Nachmittag war der dritte psychiatrische Gutachter am Wort. Manfred Walzl befand, dass Alen R. zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. Es gebe nach seiner Meinung keine Hinweise auf Schizophrenie, der Betroffene leide hingegen an einer "kombinierten Persönlichkeitsstörung."

Die Sachverständigen Peter Hofmann und Jürgen Müller hatten in der Verhandlung übereinstimmend erklärt, Alen R. leide an Schizophrenie und sei aufgrund dieser Geisteskrankheit nicht zurechnungsfähig. Der Grazer Psychiater Walzl, der den Betroffenen zehn Mal untersucht hat, kam zu einem anderen Ergebnis: "Es liegt eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor, er ist zwanghaft, abhängig, negativistisch, eigensinnig, dissozial." Einen Hinweis auf Schizophrenie habe er hingegen nicht gefunden, betonte Walzl. Anders als bei Schizophrenen, die zeitweise nicht zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden können, wird in diesem Fall "der Wahn als Rechtfertigung der Tat im Nachhinein angegeben."

Bei R. liege eine "geistige und seelische Abartigkeit höheren Grades" vor, außerdem eine Störung durch Cannabinoide. Die Ex-Frau des 27-Jährigen hatte den täglichen Cannabiskonsum ihres Mannes am Vortag geschildert.

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