Beleidigt und verurteilt von

Ein Protestsong
für Sigi Maurer

Künstlerin Mascha singt für verurteiltes Diskriminierungsopfer

Beleidigt und verurteilt - Ein Protestsong
für Sigi Maurer © Bild: APA/Hochmuth

Der Fall Sigrid Maurer könnte noch zu einem Präzedenzfall zum Thema Hass im Netz werden. Hohe Wellen schlägt er auf jeden Fall, wurde doch die ehemalige Grünen-Politikerin, nachdem sie obszön beleidigt wurde, vor Gericht in erster Instanz verurteilt. Es folgten unzählige Solidaritätsbekundungen – und nun ein Protestsong.

Der Schuldspruch gegen Sigrid Maurer sorgte über Österreichs Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen. Die junge Frau und ehemalige Grünen-Abgeordnete wurde von einem Bierlokal-Besitzer obszön via Facebook-Nachrichten belästigt, veröffentlichte diese Nachrichten – und wurde dafür wegen übler Nachrede vom Bierlokal-Besitzer verklagt und verurteilt.

Es folgte ein Aufschrei, doch die Gesetzgebung sieht Maurer in der Pflicht, die Schuld des Täters nachzuweisen, was natürlich nicht möglich war. Da die Nachrichten auch nicht im öffentlichen Raum stattfanden, sind sie in Österreich (noch?) nicht strafbar. Doch Maurer hat bereits Berufung gegen das Urteil eingelegt und hat auf jeden Fall eine große Debatte darüber ausgelöst, wie in Zukunft mit Hass im Internet umgegangen wird und wie dieser bestraft werden kann. Eine Crowdfunding-Kampagne, um auch in Zukunft Klagen von Betroffenen zu finanzieren und damit weitere Präzedenzfälle zu schaffen, erzielte in kürzester Zeit 100.000 Euro.

»Was fällt einer Frau nur ein, zu denken, sie könnt ehrlich sein?«

Und die Solidaritätsbekundungen mit Sigrid Maurer nehmen kein Ende. So auch auf künstlerischer Ebene. Musikerin Mascha fühlte sich von dem Fall und der jungen Frau inspiriert und schrieb ein eigenes Protestlied für Sigi Maurer, das sie auf Facebook postete. Darin singt sie sarkastisch gemeinte Textzeilen wie: „Wir haben Angst vor Sigi Maurer, schicken Morddrohungen, weil wir sind sauer. Was fällt einer Frau nur ein, zu denken, sie könnt ehrlich sein?“ oder „Denn eigentlich, so denken wir, ist die Welt unser Revier“ beziehungsweise „Mund nur auf, wenn Penis rein, alles andere muss nicht sein“ aus Männersicht.

"Einiges an Beobachtungen aufgestaut"

Warum sie ein Lied geschrieben habe? „da hat sich einiges an Beobachtungen aufgestaut“, schreibt Mascha auf Facebook, denn „das Thema ist wichtig“. Sie fordert zudem auf, man möge zuerst zu Ende hören, bevor in die Tasten gehauen würde und hofft „dass Männer, die sich auch nur mit ein paar Zeilen identifizieren können, es als Arschtritt sehen und ihre Einstellung hinterfragen.“