Protestler greifen die Polizei mit Äxten an:
Enteignungen sind Grund für Demo in China

Einsatz von Eisenstangen, Schlagketten und Hacken Grundeigentum regelmäßig Anlass für Streitigkeiten

Protestler greifen die Polizei mit Äxten an:
Enteignungen sind Grund für Demo in China

Bei heftigen Protesten gegen die Enteignung von Grundstücken sind im Nordwesten Chinas wütende Bürger mit Eisenstangen und Äxten auf Polizisten und Funktionäre losgegangen. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, wurden dabei in der Stadt Longnan in der Provinz Gansu 60 Menschen verletzt, darunter zahlreiche Polizeibeamte und örtliche Funktionäre.

Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua waren in Longnan rund 2.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Abriss von mehreren Häusern für den Bau eines Behördensitzes zu protestieren. Die Kommunistische Partei versuchte zu beschwichtigen.

Mit Schlagketten und Äxten bewaffnet
"Mit Eisenstangen, Schlagketten, Äxten und Hacken haben die Demonstranten die Kader und Polizisten attackiert", teilten die Behörden von Longnan mit. Zudem hätten sie vor dem Verwaltungssitz der Stadt Steine und Blumentöpfe auf die Einsatzkräfte geworfen und versucht, einen Feuerwehrzug zu entführen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die wütende Menge vor.

"Obwohl wir die Fenster geschlossen hatten, war der Gestank des Gases überall", berichtete die Rezeptionistin eines Hotels. Amateur-Videos zeigten eine starke Polizeipräsenz. Auf einer der Aufnahmen war auch zu sehen, wie vermutlich ein Polizist auf jemanden einschlug.

Grundeigentum immer wieder Streitpunkt
Medienberichten zufolge war die Lage in Longnan bereits am Montagnachmittag außer Kontrolle geraten, nachdem sich rund 30 Bürger aus Protest gegen die schlechten Konditionen bei der Enteignung ihrer Häuser vor dem Amtssitz versammelt hatten. Wegen Streitigkeiten mit dem Staat um Grundeigentum kommt es in China immer wieder zu Protesten.

Die Kommunistische Partei warf den Behörden von Longan Versagen vor. Der Vorfall zeige, dass "einige örtliche Regierungen die Interessen der Bürger ignorieren", kommentierte das Sprachrohr der KP, die Zeitung "People's Daily". Hätten die Behörden den 30 Protestlern vom Montag zugehört, wäre es nicht zu der Massendemonstration gekommen, hieß es in dem Artikel weiter. (apa/red)