Proteste in Neapel nehmen noch kein Ende:
Regierung sucht Dialog mit der Bevölkerung

Bürger wehren sich gegen Mülldeponie in Chiaiano Lösung wird noch vor heißem Sommer angestrebt

Proteste in Neapel nehmen noch kein Ende:
Regierung sucht Dialog mit der Bevölkerung © Bild: Reuters/Pane/Agnfoto

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen in Chiaiano, einem Vorort Neapels, gegen die geplante Eröffnung einer Mülldeponie, sucht die Regierung Berlusconi nun den Dialog mit den demonstrierenden Bürgern. Der mit der Bewältigung der Müllkrise beauftragte Unterstaatsekretär Guido Bertolaso rief die Bevölkerung zur Zusammenarbeit auf, um die Notstandslage in der Region zu bewältigen.

Bertolaso gab den Bürgerkomitees, die in Chiaiano gegen die Deponie protestieren, einen Tag Zeit, um die Straßenbarrikaden abzubauen. "Mindestens 30 Monate werden zur Bewältigung der Krise in Neapel notwendig sein. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung wird es zu keiner Lösung kommen", sagte Bertolaso nach Angaben italienischer Medien.

Mülldeponie ruft Bedenken hervor
In Chiaiano soll eine Müllhalde mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Tonnen geöffnet werden. Die Bevölkerung befürchtet, die Deponie könnte gesundheitsgefährdend sein. Techniker und Experten werden das Gelände inspizierten, auf dem die geplante Deponie entstehen soll. Sollten sie grünes Licht geben, wird mit der Errichtung begonnen.

Die Müllkrise in der Region dauert bereits seit Jahren an, doch der Bau neuer Deponien wurde stets von Anrainerprotesten vereitelt. Die Situation eskalierte, als die Müllabfuhr im Dezember die Arbeit einstellte, weil die Deponien im Umkreis voll waren. Angesichts stinkender Müllberge bei sommerlichen Temperaturen wird eine Lösung jetzt immer dringlicher. Die Regierung Berlusconi veröffentlichte eine Liste von zehn Ortschaften, in denen neue Mülldeponien und Verbrennungsanlagen entstehen sollten. Daraufhin entflammte der Bürgerprotest in Chiaiano.

(apa/red)