Prometheus von

Terror im Weltraum

Neuer Sci-Fi-Kracher von Ridley Scott startet in Kürze im Kino. PLUS: Goodies gewinnen!

  • Bild 1 von 23 © Bild: 2012 Twentieth Century Fox

    Prometheus

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    Prometheus

Lange war Ridley Scott bemüht, jegliche Verbindung zum Science-Fiction-Klassiker "Alien" abzustreiten - vergebens: "Prometheus" funktioniert zwar als eigenständiger Film, trägt allerdings Alien-DNA in sich, wo hin man auch schaut. Und überzeugt in erster Linie als visuelles 3D-Spektakel.

Nachdem Ridley Scott mit "Alien" (1979) und "Blade Runner" (1982) zwei wahre Kultfilme des Genres geschaffen hatte, kehrte er den futuristischen Welten den Rücken zu und traf vornehmlich mit Historienstoffen (Gladiator, Königreich der Himmel, American Gangster) den Geschmack des Kinopublikums. Mit "Prometheus" kehrt er endlich wieder zu seinen Wurzeln zurück und scheint wieder auf den Gusto gekommen zu sein: Zur Zeit arbeitet er unter anderem an einem "Blade Runner"-Projekt, das 2014 in die Kinos kommen soll. "Prometheus" verleitet schon einmal zu mehrfachem Schauen, schon allein wegen seiner teils atemberaubenden Optik.

Mensch und Maschine auf der Suche nach dem Ursprung
Im Jahr 2089 macht sich das Raumschiff Prometheus auf den Weg zu einer Sternkonstellation, die in Piktogrammen aller menschlichen Hochkulturen abgebildet ist. Geleitet wird das Projekt von der Weyland Corp., repräsentiert von der eiskalten Meredith Vickers (Charlize Theron). An Bord befindet sich neben Wissenschaftlern und der Crew das Archäologen-Paar Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway(Logan Marsahall-Green), sowie David (Michael Fassbender), ein wissbegieriger Android.

Trailer zu Prometheus

Der wissenschaftliche Entdeckungsgeist wird zwar als Hauptmotiv der Mission vorgeschoben, in Wahrheit verfolgt der Technologie-Konzern jedoch ganz andere Interessen. Vor Ort angekommen trifft die menschliche Gesandtschaft statt auf Spuren einer fortschrittlichen auf die einer vergangenen, mysteriösen Zivilisation und fremde Lebensformen, die ganz wunderbar in den "Alien"-Kosmos passen, nisten sie sich doch mit Vorliebe in menschlichen Körpern ein. Noomi Rapace, rein optisch schon nahe an Sigourney Weaver's Ellen Ripley, ist emotionales Zentrum des Films und ebenso eine Frau, die ihren Mann steht, wenn es darauf ankommt. Schauspielerisches Highlight ist aber zweifelsohne Michael Fassbender. Sein David ist eine wunderbare Mischung aus Sean Young's Rachael in Blade Runner und Lt. Commander Data aus Star Trek: Next Generation. Eine emotionslose Maschine mit Humor, die sich nach einer Seele sehnt.

H.R.Giger in 3D
Ansonsten ist Humor in der durch und durch feindlichen Atmosphäre des fremden Mondes natürlich Mangelware - hier wird die vermeintliche Entdeckung der Wurzel allen Lebens im All schnell zu einem erbitterten Kampf ums Überleben, die Wissenschaft kämpft mit dem Glauben, das Leben um Fortpflanzung, Gut und Böse bleibt immer eine Frage der Sichtweise und die lang gesuchten Antworten auf alte Fragen werfen neue auf - spektakulär in atemberaubenden und in von H.R.Giger designten Filmsets umgesetzten 3D- Bildern. Im Vergleich zur klaustrophobischen Atmosphäre von "Alien" ist in "Prometheus" alles größer und vielschichtiger - was den Film etwas oberflächlicher, aber nicht uninteressanter macht. Schließlich sind es hier die großen religiösen und wissenschaftlichen Fragen nach dem Ursprung, die gestellt werden - nicht nur die zentrale Dialektik von Gut und Böse.

Auch, nein gerade das Filmende, ist jedoch eine schöne Hommage Scotts an sein extraterrestrisches "Jugend-Meisterwerk". Das Ende ist der Anfang, ohne Tod kein Leben. Und als Fan der ersten Stunde will man natürlich wissen, wie das Abenteuer weitergeht - es bleibt in diesem fremden Teil des Universums immer noch viel zu entdecken und aufzuklären, vorzugsweise vom Erfinder dieser Welt weitererzählt. Falls aber, wie bei "Alien" der Fall, James Cameron und David Fincher übernehmen, soll es mir auch recht sein.

Zweite Meinung (von Benjamin Brandtner):
Forschungsdrang und Technologisierung als Triebfeder für den Untergang der Menschheit: Das mag wohl der interessanteste Gedankenanstoß sein, den Prometheus zu bieten hat. Aber auch wenn Logik und Science-Fiction meist keine guten Freunde sind, hinterlässt Scott nach dem Ablaufen der Credits den fahlen Nachgeschmack, für den Preis opulenter (3D-)Bilder und einer allzu offensichtlich angedeuteten Fortsetzung inhaltliches Chaos zu stiften. Sogesehen könnten böse Zungen behaupten, dass Prometheus im übertragenen Sinne den eingangs erwähnten Gedankenanstoß im Alien-Universum einleitet.

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