Projekte "Club 2", EURO & Frühstücks-TV: Auf Baustelle ORF wird weiter gearbeitet

Wrabetz will bei morgendlichem Fernsehen abwarten Mitreden: IHRE MEINUNG zum ORF-Programm!

Projekte "Club 2", EURO & Frühstücks-TV: Auf Baustelle ORF wird weiter gearbeitet

Die ORF-Information sieht sich in der kommenden Fernseh-Saison vor allem mit dem beherrschenden Thema EURO 2008 konfrontiert, schließlich hat der Sender unlängst die Übertragungsrechte für 31 Live-Spiele erworben. Darüberhinaus gilt es, das Fußball-Highlight via Handy- und Internet-Fernsehen auszustrahlen - "wir wollen die neuen Sendeplattformen etablieren", skizzierte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die bevorstehenden Herausforderungen.

Die Abteilung von Informationsdirektor Elmar Oberhauser bastelt derzeit außerdem an einem Nachfolger für den legendären "Club 2", der noch heuer starten soll. Obwohl man ursprünglich "nicht gegen einen Mythos" antreten wollte, ist es laut Wrabetz "nicht unwahrscheinlich", dass der Nachfolger ebenfalls "Club 2" heißen wird. Man entkomme dem Mythos sowieso nicht, so die Begründung des Direktors.

Zum geplanten Frühstücksfernsehen gab sich Wrabetz zurückhaltend. Ob und wann es starten soll, wolle man bis Mitte 2008 festlegen, die "Art und Weise wie wir es ausbauen werden, ist noch offen". Im Februar hatte Wrabetz Frühstücksfernsehen im ORF auf absehbare Zeit ausgeschlossen, weil es "ökonomisch nicht sinnvoll" sei und man "um diese Zeit ja nicht unbedingt fernsehen" müsse.

Seinen Sinneswandel erklärte er damit, dass "Fernsehen ein lebendiges Geschäft" ist, das es weiterzuentwickeln gelte. Untersuchungen hätten den Bedarf nach dem morgendlichen Fernsehen gezeigt, es gebe die Erwartung, "dass sich der ORF dem stellt". Außerdem werde die ORF-Variante des Frühstücksfernsehens "im Endeffekt ökonomisch sein", so der General.

Schmunzeln bei Privaten über ORF-Pläne
Beim Privatsender ProSiebenSat.1 Österreich, der mit "Cafe Puls" seit rund zwei Jahren das von Puls TV-produzierte Morgenprogramm on air hat, sorgten die ORF-Pläne für Schmunzeln. Der Sender begrüßte den ORF in einer Aussendung in der Reihe der Früstücksfernseh-Macher: "Über zwei Jahre Frühstücksfernsehen in Österreich und fast zwanzig Jahre im deutschsprachigen Raum sind eine Erfolgsstory. Nun hat dies offenbar auch der ORF erkannt", so Corinna Drumm, Geschäftsführerin von Sat.1 Österreich. Markus Breitenecker, Geschäftsführer von ProSieben Austria, geht davon aus, dass Cafe Puls von dem Schritt des ORF profitieren werde, "da die TV-Nutzung am Morgen noch weiter steigen wird".

Neues Medienmagazin
Neben dem Frühstücks-TV entwickelt die ORF-Information derzeit auch ein so genanntes Medienmagazin, das den Zusehern die neuesten Entwicklungen im Medienbereich, vor allem in der Technik, näher bringen soll. Die TV-Illustrierte "Sommerzeit" wird durch "Herbstzeit" ersetzt und voraussichtlich im Dezember startet die erste Ausgabe vom Bürgerforum, einer Diskussionsplattform für die breite Öffentlichkeit. Im Bereich Dokumentation hat sich der ORF einen mehrteiligen Schwerpunkt zu "90 Jahre Erste Republik", "70 Jahre Anschluss", beziehungsweise 40 Jahre nach den "68ern" gesetzt. (apa/red)