Projekt Stratos von

Der Countdown läuft

Chef-Meteorologe hält an einem Sprung am Dienstag fest

Red Bull Stratos, Felix Baumgartner bei der Vorbereitung © Bild: APA/EPA/Jörg Mitter/GLOBAL NEWSROOM

"Wir haben gute Neuigkeiten, es wird wärmer." Der Chef-Meteorologe des "Red Bull Stratos"-Projekts, Don Day, verkündete, dass am Dienstag als Launch-Tag für den Stratosphären-Sprung von Felix Baumgartner festgehalten wird. "Dienstag ist die erste Möglichkeit zu starten." Auf NEWS.AT können Sie den mutigen Sprung am 9.10. via live-Stream miterleben. Läuft alles wie geplant, geht es ab etwa 14 Uhr los. Mit dem Absprung sollte es dann um 18 Uhr klappen.

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Noch herrscht Ruhe auf dem Feld bei Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko, vom dem Felix Baumgartner am Dienstag seinen Stratosphären-Sprung starten möchte. Red Bull hat in dem Gebiet nahe des Flughafens eine kleine Zeltstadt errichtet. Die österreichische Flagge weht im Einklang mit der Amerikanischen. Von Team ist wenig zu sehen, die letzten Vorbereitung laufen jedoch auf Hochtouren - der Countdown beginnt. Und man ist guter Dinge, den Termin am Dienstag einhalten zu können. Auch Baumgartners Eltern und seine Freundin sind bereits in Roswell angekommen. Seit Sonntag bevölkern Dutzende Journalisten das Mediencenter am Gelände.

Letzte Vorbereitungen Dienstag Nacht

Vorerst war es kalt geworden in Roswell, seit Freitag machte die Schlechtwetterfront auch dem „Red Bull Stratos“-Team zu schaffen. Deshalb wurde auch der Sprung von Montag auch Dienstag verschoben. Es war bewölkt, die Temperaturen hielten sich auch untertags eisern an sieben Grad Celsius. Ungewöhnlich für eine Wüstenstadt, in der Temperaturen um die 30 Grad zur Normalität gehören. Doch das Stratos-Team ist dennoch zuversichtlich, dass der Ballon, der die Kapsel mit Baumgartner auf eine Höhe von 36 Kilometern ziehen wird, am Dienstag starten kann. Im Morgengrauen herrschen die besten Wetterbedingungen für Ballon-Starts. Deshalb wird die gesamte Vorbereitung auch in der Nacht auf Dienstag stattfinden.

Ablauf genau geplant

Acht Stunden vor dem Start untersucht das Team nach einer Wetter-und Sicherheitsunterweisung das gesamte Equipment und die Kommunikationssysteme. Dann werden der noch in einer Box befindliche Ballon sowie die Ausrüstung aus dem Hangar gezogen. Zur selben Zeit arbeitet eine andere Crew an der Reinigung der Startbahn. Die Kapsel und der Ballon muss auf eine absolut saubere Startbahn gebracht werden. Viereinhalb Stunden vor dem Start holt der Crew-Chef bei der Kommandozentrale die Erlaubnis für die Aufstellung der Flugkomponenten ein. Der Ballon wird ausgebreitet und mit dem Fallschirm und der Kapsel verbunden.

Reise in 36 Kilometer Höhe

Nachdem die Ventile des Ballons überprüft wurden und die Checks an der Kapsel abgeschlossen sind, holt sich der Crew-Chef beim Meteorologen die Erlaubnis für den Beginn der Ballon-Befüllung ein. 30 Minuten vor dem Start wird Baumgartner in der Kapsel, die von einem Kran gehalten wird, damit sie beim Abheben nicht am Boden schleift, eingeschlossen und der Luftdruck wird eingestellt. Wenn die Sicherheitshaltungen entfernt sind, startet Baumgartner seine Reise in 36 Kilometer Höhe.

Verschieben in den November möglich

Sollte der Sprung dieses Mal erneut verschoben werden, wäre übrigens ein Zeitfenster bis Mitte November möglich, sagte Meteorologe Day. Das ist deutlich länger, als vorher spekuliert wurde. "Wir gehen natürlich tiefer in den Herbst hinein und die Winde werden stärker, aber ein Sprung wäre hier in Roswell bis Mitte November möglich." Baumgartner hatte auf das Verschieben mit Gelassenheit reagiert. "Er weiß, wie wichtig gutes Wetter ist." Windstille Bedingungen sind vor allem während jener Phase entscheidend, wenn der Ballon vom Boden liegend aufgerichtet wird. Der Ballon hat nämlich ein Volumen von fast 849.500 Kubikmeter und ist somit zehn Mal größer als Joe Kittingers Ballon aus 1960. Kittinger schrieb mit seinem Sprung aus 31 Kilometern Höhe Geschichte. Beim Start wird der Ballon sehr hoch (ca. 55 Stockwerke) und ist extrem dünn (zehn Mal dünner als ein Jausensackerl). "Das ist wie ein fliegendes Footballfeld, da muss der Wind sehr ruhig sein." Mehr als zwei bis drei Meilen Windgeschwindigkeit (etwa drei bis fünf km/h) dürfen beim Start am Boden nicht herrschen. Auch die Windrichtung wird ausschlaggebend sein.

So geht es Baumgartner

Felix Baumgartner war in den Tagen vor seinem spektakulärem Sprung bestens gelaunt, wie aus seinem Team zu hören war. Er schaut auf seine Gesundheit und gibt ein wenig Ruhe. "Seine Familie ist im wichtig, das entspannt ihn", sagte High-Perfomance-Direktor Andy Walshe, die rechte Hand von Baumgartner. Der Salzburger habe einen guten Schlaf. Vor einem Testsprung hatte der 43-Jährige sogar einmal ein halbstündiges Nickerchen gemacht.

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