Prohaska kritisiert Hausverbot für Polster:
Austria-Aktion "Vereins- & rufschädigend"

Klubführung soll ihre Vorgangsweise überdenken Fans sollen Ex-Rapidler Wallner eine Chance geben

Der ehemalige Teamchef und langjährige Austria-Spieler und -Trainer Herbert Prohaska hat die vom aktuellen Tabellenführer jüngst verhängten Hausverbote gegen Ex-Generalmanager Toni Polster, Kuratoriumsmitglied Helmut Denk sowie drei Fan-Vertreter scharf kritisiert. "Ich empfinde die Hausverbote und die Demontage von Thomas Fellinger als Fanbeauftragten der Austria bei der Bundesliga als vereins- und rufschädigend", erklärte die Austria-Ikone gegenüber einer Abordnung der Austria-Plattform "Westtribuene.at".

"In der Winterpause scheint bei der Austria Ruhe eingekehrt zu sein, zum Auftakt gegen Tirol wurde gut gespielt und gewonnen. Mit diesen Stadionverboten macht man sich jetzt wieder selbst Probleme", meinte Prohaska, der mit der Austria als Trainer je zwei Meistertitel, Cup-Trophäen sowie Supercup- und Stadthallen-Siege holte. "Gegenüber Polster wurde als Grund der laufende Prozess angegeben. Der ist aber schon seit Dezember abgeschlossen und es steht nur noch das schriftliche Urteil aus. Und außerdem läuft er ja schon länger."

Die Austria-Klubführung solle laut Prohaska ihre Vorgangsweise überdenken und diese Maßnahmen ehest möglich revidieren. "Eine Ikone wie Toni Polster vom Fußball-Platz auszusperren, kann nur der falsche Weg sein. Für mich ist der Dialog immer der beste Weg, nicht ein Ausschluss", erklärte der Ex-Teamchef und forderte die Austria-Fans gleichzeitig auf, "nur friedlich zu protestieren und auf jede Gewalt zu verzichten". Auch auf Schmährufe jeglicher Art gegen Neuzugang Roman Wallner solle verzichtet werden: "Man sollte ihm eine Chance geben."

Prohaska selbst werde "immer gerne zur Austria gehen, weil das mein Verein ist, bei dem ich 18 Jahre war".

(apa/red)