Profit-Topf jetzt für alle: Rekordgewinne
heizen Debatte um Auszahlungen neu an

NEWS: Gewinne und Prämien bald steuerbegünstigt? Firmenchefs und Politiker fordern rasche Umsetzung

Die Freude währte nur kurz. Peter Kotzian, 36, Software-Experte einer Großbank, war bei der Ankündigung der Gewinnausschüttung seines Unternehmens hoch erfreut. Doch beim Blick auf den Lohnzettel kam die Ernüchterung. Kotzian: "Von meiner 3.000 Euro hohen Gewinnbeteiligung sind schließlich nur 1.500 Euro übrig geblieben. Der Rest wanderte an den Fiskus."

So wie Kotzian geht es vielen Österreichern. Doch das soll sich bald ändern. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein lässt mit einem interessanten Vorschlag aufhorchen. Er möchte, dass künftig ausgezahlte Gewinne und Prämien steuerbegünstigt werden.

Geplant ist sowohl eine steuerliche Absetzbarkeit für Unternehmen als auch eine geringere Abgabenlast für Mitarbeiter. Dies soll vor allem bei den vielen Klein- und Mittelbetrieben möglich sein. Damit würde sich erstmals eine Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer wirklich durchsetzen.

Dieser Vorstoß findet bei Österreichs Manager-Elite eine breite Zustimmung. Sie fordert nun eine rasche Umsetzung der Bartenstein-Initiative. So denken auch Betriebe, die bislang ihre Gewinne nicht an Mitarbeiter ausgeschüttet haben, bereits um.

Trotz der schlechten Voraussetzungen gehen bereits zahlreiche Betriebe mit gutem Beispiel voran. So etwa der heimische Paradeunternehmer Magna-Gründer Frank Stronach. Konzernweit verteilt der Autozulieferer heuer 52 Millionen Euro an die gesamte Belegschaft. Die Jahresprämie errechnet sich aus der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Höhe des Gehalts. Ebenfalls ein Vorzeigebetrieb ist die Personalleasing-Firma Trenkwalder.

Wie hoch die Ersparnis für Betriebe und Mitarbeiter sein wird, hängt aber noch von den Regierungsverhandlungen ab. Die mächtigen Wirtschaftsvertreter haben bereits ihre Präferenzen abgegeben.

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