"profil": Gutachten zur Libro-Insolvenz
geht in den nächsten Tagen ans Gericht

Material füllt mittlerweile 70.000 Aktenordner Vorwürfe gegen Ex-Manager, Aufsichtsräte & Berater

Wie das "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll das Gutachten zur Libro-Insolvenz in den nächsten Tagen beim zuständigen Untersuchungsrichter einlagen. Martin Geyer, vom Gericht beigezogener Sachverständiger bestätigte das gegenüber "profil": "Wir hatten eine Frist bis Ende Jänner vereinbart, und die werden wir bis auf wenige Tage einhalten."

Mit Einlangen der Expertise steht der offziellen Anklageerhebung und dem Beginn des Prozesses nichts mehr entgegen. "profil" berichtet, dass vermutlich bereits im Frühjahr der erste Verhandlungstermin anberaumt werden wird.

Die dem Verfahren zu Grunde liegende Anzeige des niederösterreichischen Landeskriminalamtes wirft den beiden Ex-Vorständen André Maarten Rettberg und Johann Knöbl, den früheren Libro-Aufsichtsräten Kurt Stiassny (Präsident), Georg Wailand, Wilfried Millauer und Christian Nowotny, den Wirtschaftsprüfern Bernhard Huppmann, Michael Vertneg und Claudia Badstöber (alle Auditor Treuhand) sowie den mit der Prüfung der Libro-Bilanz 1998/99 betrauten KPMG-Gutachtern Gottwald Kranebitter, Friedrich Lang und Regina Reiter Bilanzfälschung und Untreue vor. Der zentrale Vorwurf betrifft den nach Ansicht der Ermittler "geschönten Jahresabschluss der Librodisk Handels AG" (später Libro AG) zum 28. Februar 1999. "Im Jahresabschluss werden (...) Datumsangaben falsch dargestellt (Bestätigungsvermerk, ...), Verträge falsch dargestellt, Ergebnisse von Tochterfirmen einbezogen, die zu dem Zeitpunkt noch nicht geprüft sind bzw. nicht mehr zum Konzern gehören uvm", zitiert "profil" aus der Anzeige.

Alle Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe bis heute. Für sie gilt bis zu einer allfälligen rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. André Rettberg hat in einem Interview mit "profil" erstmals öffentlich zur Anzeige Stellung genommen und ebenfalls alle Schuld von sich gewiesen.

Das für das Verfahren beschlagnahmte und bereitgestellte Material füllt mittlerweile 70.000 Aktenordner, die bei Gericht, dem Libro-Masseverwalter und in einem eigens eingerichteten Lager des Landeskriminalamtes aufbewahrt werden.

Die gesamte Story lesen Sie im aktuellen "profil"!