"profil" exklusiv: 50 Millionen Euro Provision für Ex-Steyr-Chef bei Gripen-Kauf

Anbot von Saab- & Eurofighter-Partner an Malzacher Saab-Sprecherin bestätigt Engagement

Wie das "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hätte Saab-Berater Hans Michael Malzacher für den Fall des Gripen-Kaufs durch die Republik Österreich rund 50 Millionen Euro verdient. Laut internen geheimen Dokumenten des Rüstungskonzerns BAE-Systems, die dem schwedischen TV-Sender SVT vorliegen, wären an die beiden Unternehmen "Malzacher GmbH" sowie "Rico SA" im Fall eines erfolgreichen Gripen-Deals 3,5 % bzw. 1,5 % der Auftragssumme geflossen. Neben den Namen der Gesellschaften findet sich jeweils der Name Malzachers. In der Malzacher GmbH ist er laut Firmenbuch nach wie vor Geschäftsführer. Berechnet nach dem letzten Angebot von Saab in Höhe von einer Milliarde Euro hätte das rund 50 Millionen Euro Provision bedeutet. Der Deal kam aber nie Zustande, da sich Österreich für den Eurofighter entschied.

Hans Michael Malzacher war Chef der Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge AG & Co KG (SSF), die unter anderem die Panzer Pandur und Ulan produzierte. Vor mehr als einem Jahr setzte sich der demnächst 65-Jährige zur Ruhe. Als langjähriger Vorsitzender der österreichischen Offiziersgesellschaft (1979-1999) verfügte er über beste Kontakte ins Verteidigungsministerium.

Gegenüber "profil" wollte Malzacher keine Stellungnahme abgeben.

Saab-Sprecherin Helena Stalnert bestätigte aber gegenüber "profil", dass Malzacher zumindest als Berater für Saab tätig war. In dieser Funktion hatte er auch 2001 einen Termin beim damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, den dieser in seinen Unterlagen vermerkte. Bezahlt worden sei er von Saab jedoch nie, sagt Stalnert. Malzacher hätte nur einen Vertrag mit BAE gehabt, den sie nicht kommentieren könne. BAE-Systems stellt nicht nur gemeinsam mit Saab den Gripen her, sondern ist neben EADS auch zu 33 % an der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH beteiligt.

Zum Engagement des Ehemanns von Ex-Ministerin Maria Rauch-Kallat, Alfons Mensdorff-Pouilly für den Gripen in Österreich sagte Stalnert: "No comment." Mensdorff hat ebenfalls einen Beratervertrag mit BAE und soll sich für den Verkauf der Gripen in Tschechien engagiert haben. Wie "profil" bereits berichtete soll ihm dafür eine ähnlich hohe Provisionssumme (4 % bzw. 60 Millionen Euro) geboten worden sein, falls Tschechien den Saab-Gripen kauft. Mensdorff wollte diese Provisionsvereinbarung bzw. die Höhe der Summe schon damals nicht kommentieren. Die Verwicklung in eine dortige Schmiergeldaffäre dementierte er aber. BAE wird verdächtigt rund 8,7 Millionen Euro an tschechische Politiker verschoben zu haben.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der schwedischen Anti-Korruptionsstaatsanwalt Christer van der Kwast die Geschäfte von Saab in Österreich im Vorfeld der Typenentscheidung unter die Lupe nehmen will.

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