Pröll-Vorstoß ist nur ein "Sommertheater": Schmied kritisiert Reformpläne für Lehrer

Ministerin verweist auf Bund: "Wer zahlt schafft an" Pröll will sämtliche Lehrer zu Landeslehrern machen

Pröll-Vorstoß ist nur ein "Sommertheater": Schmied kritisiert Reformpläne für Lehrer © Bild: Reuters/Foeger

"Sommertheater" und "nur eine Position von vielen" - So hat Unterrichtsministerin Schmied die Ankündigung von Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll, alle Lehrer zu Landeslehrern zu machen, bezeichnet. "Wer zahlt schafft an" sei nach wie vor das Motto, betonte Schmied mit Hinweis auf die bisherige offizielle Position der Regierung, wonach alle Lehrer dem Bund unterstehen sollen.

Pröll habe mit seiner Ansage, seine Pläne seien mit Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Pröll akkordiert, für "unnötige Irritationen" gesorgt, kritisierte die Ministerin. Ihr sei aus dem Bundeskanzleramt versichert worden, dass die Zuständigkeit für die Lehrer nur eines von vielen Themen beim Antrittsbesuch Erwin Prölls als neuem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz gewesen sei. Dementsprechend fühle sie sich auch "ganz und gar nicht" von der Regierungsspitze im Regen stehen gelassen.

Schmied: Aktion nur ein "Ablenkungsmanöver"
Dass Pröll alle Lehrer zur Ländersache machen wolle, ist laut Schmied schon seit einem Jahr bekannt. Allerdings dürfte dieser Wunsch nicht mit den anderen Bundesländern akkordiert sein, beruft sich Schmied auf irritierte Reaktionen etwa von Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller. "Eine gemeinsame Position gibt es ja offensichtlich nicht", so die Ministerin, die Prölls Aktion als "Ablenkungsmanöver" von den Problemen rund um die Hypo Niederösterreich interpretiert.

In der Landespartei Erwin Prölls wird Schmied Ahnungslosigkeit vorgeworfen. Sie sei "in der Koordinationsfrage zwischen den Bundesländern über eine gemeinsame Position zur Bildungsreform schlecht informiert", so Landesgeschäftsführer Gerhard Karner. Unterstützung bekommt Schmied von Finanzstaatssekretär Schieder. Dieser wertet Prölls Vorstoß zwar ebenfalls als "Sommerdiskussion", die der Bundesposition zuwiderlaufe. Er glaubt allerdings auch, dass in den Verwaltungsreformverhandlungen weder Bund noch Länder ihre Positionen voll durchsetzen können werden. Es werde einen "Kompromiss" mit den Ländern brauchen.

Bildungsexperte Schilcher warnt vor Vorstoß
Auch Bildungsreformer Bernd Schilcher warnte in drastischen Worten vor der Umsetzung dieser Idee: "Das wäre eine schlichte Katastrophe für das Schulwesen".

Im Ö1-Morgenjournal nimmt sich der frühere Vorsitzende der Schulreform-Kommission und ehemalige ÖVP-Politiker kein Blatt vor den Mund: "Wenn der Bund nur einen dünnen Rahmen vorgibt und die Länder die Macht über die Schule bekommen, wäre das eine schlichte Katastrophe". Die Folge wäre wie in Deutschland ein "bildungspolitischer Fleckerteppich" , wo jedes Bundesland seine eigenen Vorstellungen umsetzt.

(apa/red)

Kommentare

keinbrauner melden

Prölls Sommertheater Wie wärs wenn "Kronenzeitungs-Liebling" Erwin der Durchgrreifer endlich einmal bei der Wahrheit bleiben würde.
Die Frau Schmied halte ich für eine der wenig wirklich fähigen Personen in unserer Politik.

Dantine melden

Re: Prölls Sommertheater Wissen Sie, wovon Sie reden?
Oder geben Sie immer nur einfach so BlaBla von sich?

Verstehen Sie was von Politik und politischem Verständnis?

keinbrauner melden

Re: Prölls Sommertheater Hallo Dantine, Sie haben sich ihr enormes politisches Wissen beim intensiven Studium der Kronenzeitung angeeignet.

Ein guter Rat: Lesen Sie auch mal eine andere Zeitung.

Dantine melden

Werte Frau Schmied... .... Die einzige, die alles als Sommertheater sieht, sind Sie!

Was halten Sie davon, Ihre Arbeit einmal ernst zu nehmen und zu Denken und dann zu Arbeiten?

Anstatt über andere sich das Maul zu zerreissen!

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Re: Werte Frau Schmied... Bitte suchen Sie das Weite...
Ihre Niederlagenserie gegen alle Politiker nimmt kein Ende...
Bei dem Gehalt würde ich aber auch nicht freiwillig gehen...

Da sieht man wieder einamal dass sogenannte Bildungsexperten keine Ahnung von der Realität haben. Hr.Schilcher hat Angst vor einem Fleckerlteppich??? Wie würde er dann das Wr.Schulpflichtwesen benennen, indem nur in der Stadt Wien alleine 10 (!) verschiedene Schulversuche laufen, und es den Eltern schwer fällt, den richtigen Typus für sein Kind herauszufiltern.

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