Pröll gießt Öl ins Feuer der SP-Rochade:
"Kanzler sieht Demontage kommentarlos zu"

SP-Haider und Hundstorfer sägen am Kanzler-Sessel Plus: Neuwahl-Drohgebärden aus den Reihen der ÖVP

Pröll gießt Öl ins Feuer der SP-Rochade:
"Kanzler sieht Demontage kommentarlos zu" © Bild: APA/Jäger

Mit immer lauterem Säbelrasseln reagiert die ÖVP auf die Rochade an der SP-Spitze. Regierungskoordinator Pröll warf dem neuen SP-Chef Faymann vor, das Regierungsprogramm zu demontieren und nahm Kanzler Gusenbauer in die Pflicht. Innerhalb der SPÖ mehren sich die Stimmen, die offen für die Ablöse Gusenbauers als Kanzler eintreten. Möglicher Stichtag: Das SP-Präsidium am 7. Juli.

VP-Regierungskoordinator Pröll warf seinem SP-Gegenüber Faymann vor, den Oppositionskurs der SPÖ in der Regierung zu verstärken und nahm auch Kanzler Gusenbauer in die Pflicht. "Noch mehr verwundert es, dass der amtierende Bundeskanzler der Demontage des von ihm unterzeichneten Arbeitsprogramms durch seinen eigenen Regierungskoordinator kommentarlos zusieht und sich aus der Führung völlig herausnimmt", kritisierte Pröll und forderte die SPÖ auf, ihre Führungskrise zu beenden.

SP-Haider und Hundstorfer sägen am Kanzler-Sessel
"Die Doppelspitze wird nur von kurzer Dauer sein", sagte Oberösterreichs SP-Chef Haider am Wochenende. Er will diese Frage beim nächsten Parteipräsidium neuerlich diskutieren und lässt deutlich durchblicken, dass er für Werner Faymann als Parteichef und Kanzler wäre. "Er ist der kommende Mann, alles andere ist nicht mehr diskutabel", sagte Haider. ÖGB-Präsident Hundstorfer hatte bereits am Mittwoch die Parole ausgegeben, dass die Doppelspitze den Parteitag im Oktober "sicher nicht" überdauern werde.

Ostentatives Lob für Faymann kam auch vom Chef der SP-Pensionisten Blecha, der für einen vorgezogenen Sonderparteitag eintritt. Auch Haider und der Wiener SP-Sekretär Harry rückten am Wochenende aus, um der Volkspartei mangendes soziales Gespür vorzuwerfen.

Neuwahl-Drohgebärden der ÖVP
Dass es baldige Neuwahlen geben könnte, stellten am Wochenende gleich zwei führende VP-Politiker in den Raum, nachdem die SPÖ ein Kompromissangebot zur Pensionsautomatik überraschend ausgeschlagen hatte. "Wenn von Faymann nicht in den nächsten Tagen ein klares Bekenntnis zu Lösungen kommt, dann sehe ich das Ende gekommen", sagte der Zweite Nationalratspräsident Spindelegger. Und für den steirischen Landesparteichef Schützenhöfer, der schon zu Ostern für einen vorgezogenen Urnengang plädiert hatte, sind Neuwahlen nur noch "eine Frage von kurzer Zeit". (apa/red)