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Pro-Europäer Djukanovic gewann klar bei Präsidentenwahl in Montenegro

56-Jähriger sieht seinen Sieg als Garant für europäische Zukunft des Landes

Der frühere Langzeitpremier Milo Djukanovic hat die Präsidentenwahl in dem kleinen Adriastaat Montenegro am Sonntag erwartungsgemäß klar gewonnen. Nach Angaben der nicht-staatlichen Organisationen CEMI und CDT sicherte sich der 56-Jährige bereits im ersten Durchgang mit knapp 54 Prozent der Stimmen das höchste Amt im Land. Eine Stichwahl ist somit nicht notwendig.

Mladen Bojanic, der Kandidat mehrerer Oppositionsparteien, blieb mit 33,4 Prozent weit abgeschlagen an zweiter Stelle. Draginja Vuksanovic gewann als Drittplatzierte 8,1 Prozent der Stimmen. Laut der Wahlforschungsgruppe CEMI, die seit Jahren für ihre zuverlässliche Hochrechnungen bekannt ist, ist somit keine Stichwahl von Nöten. Ähnlich fielen auch die Hochrechnungen des Zentrums für Demokratische Transition (CDT) aus.

Auch laut vorläufigen Resultaten der staatlichen Wahlkommission nach Auszählung von gut 17 Prozent der Stimmen war Djukanovic mit 56,08 Prozent der Stimmen in Führung - vor Bojanic mit 33 Prozent und Vuksanovic mit gut sechs Prozent. Die Auszählung durch die Kommission verlief zäh: Obwohl nur 345.000 Wahlzettel abgegeben worden waren (64 Prozent der Stimmberechtigten), waren drei Stunden nach Schließung der Wahllokale erst gut die Hälfte aller Stimmzettel ausgezählt. Ein vorläufiges amtliches Endergebnis wird erst im Laufe des Montags erwartet.

Der Wahlstab von Djukanovic, dem Kandidaten der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), vermeldete bereits am Abend einen "historischen Sieg". Djukanovic selbst bezeichnete seinen Wahlsieg als Garant für die europäische Zukunft des Landes. Das Wahlresultat habe bestätigt, dass Montenegro seinen europäischen Weg, der zur vollen EU-Mitgliedschaft führen werde, fortsetzen werde, sagte Djukanovic am späten Abend vor DPS-Anhängern in Podgorica. Als Premier hatte Djukanovic sein Land 2006 in die Unabhängigkeit geführt. Das Präsidentenamt hatte er bereits zwischen 1998 und 2002 inne.

Djukanovic, der seit 1991 sechsmal montenegrinischer Premier war, appellierte auch an die Opposition, "gemeinsame an der Lösung aller Herausforderungen in der demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung" Montenegros zu arbeiten. Gleichzeitig meinte er, dass sein überzeugender Wahlsieg die Opposition dazu bewegen solle, ihre politischen Standpunkte unter die Lupe zu nehmen. Wenn Resultate bekämpft werden, könne "nichts Gutes" erreicht werden, meinte der Wahlsieger.

Bojanic erklärte zuvor, dass seine 33 Prozent eine gute Grundlage für den weiteren Kampf der Opposition seien. Djukanovic warf er vor, alle Institutionen "gefangen genommen" zu haben.

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