Privatisierung schreitet voran: ÖBB sind
laut Huber in drei Jahren fit für Verkauf

Holding-Chef: "Privatisierung gerne früher gehabt" Mitaktionäre würden für gesteigerte Dynamik sorgen

Privatisierung schreitet voran: ÖBB sind
laut Huber in drei Jahren fit für Verkauf

Die ÖBB wären laut ihrem Holding-Chef Martin Huber in zwei bis drei Jahren reif für den Verkauf. Verkehrsminister Faymann hat zuletzt eine Privatisierung ausgeschlossen. Huber sagte, er "hätte eine Privatisierung ganz gerne früher gehabt". Er denke, dass sowohl Personen- als auch Güterverkehr "in zwei bis drei Jahren so weit" seien. Die Entscheidung liege jedoch beim Eigentümer, so der Vorstand.

Der ÖBB-Chef hält eine Privatisierung "grundsätzlich für sinnvoll", weil "private Mitaktionäre dafür sorgen würden, dass die Dynamik im Unternehmen steigt". Ob die Staatsanteile seiner Meinung nach über die Börse oder an einen strategischen Partner - also an eine andere Bahn oder Spedition - verkauft werden sollten, darüber sei er sich "noch nicht ganz schlüssig". Dazu wolle er sich zunächst "die Erfahrungen in Deutschland ansehen", so Huber. Deutschland will sich 2009 über die Börse von bis zu 49 Prozent seiner Bahn-Anteile trennen.

Die ÖBB sind nach Jahren des Sparens - nicht zuletzt aufgrund der guten Konjunktur - jetzt auf einen kräftigen Wachstumskurs eingeschwenkt. Nach rund 300 Mio. Euro Mehrumsatz 2006 erwartet ÖBB- Finanzchef Söllinger heuer nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr neuerlich ein Plus von 300 bis 400 Mio. Euro auf um die 5,8 Mrd. Euro. Die Umsätze seien damit stärker im Steigen als angenommen, betonten die Vorstände.

Bei der Einstellung ihrer unrentablen Nebenbahnen macht die Bahn derzeit Druck. Geht es nach Huber, sollte "die komplette Umsetzung des Nebenbahnkonzepts bis Ende 2008 abgeschlossen sein. Im Minimum, so Huber, sollen dadurch 20 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden.

Trotz des österreichisch-ungarischen Konflikts um eine mögliche Übernahme des Ölkonzerns MOL durch die OMV sehen die ÖBB ihre Chancen für einen Kauf der ungarischen Güterbahn MAV Cargo intakt. "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Tür zu ist", so Huber. (apa)