Privatanklage von Gery Keszler abgeblitzt:
"Berufsschwuchtel" ist keine Beleidigung!

Life Ball-Vater muss sich Bezeichnung gefallen lassen Mitarbeiter von EU-Abgeordnetem Mölzer ohne Strafe

Privatanklage von Gery Keszler abgeblitzt:
"Berufsschwuchtel" ist keine Beleidigung! © Bild: Format/Beck

Grieb hatte im vergangenen Juli einen Kommentar veröffentlicht, in dem er Gery Keszler scharf angriff, "weil das jemand ist, der ständig seine geschlechtliche Orientierung zur Schau trägt wie ein Adelsprädikat", wie er nun im Grauen Haus erläuterte. Der inkriminierte Begriff sei als "Stilmittel der Übertreibung" zu sehen und "umgangssprachlich im Kontext" zu sehen: "Keszler gehört zu den obersten Zehntausend der Society. Damit muss er leben."

Der Kläger, der vor 16 Jahren den Life Ball ins Leben gerufen hat, sah das naturgemäß anders. Der Artikel habe ihn "äußerst betroffen" gemacht, der inkriminierte Ausdruck sei "ein widerliches Schimpfwort" und "vulgär". Er habe "keine Lust drauf, dass ich in einer Zeitung so diskreditiert werde", sagte Keszler.

Freie Meinungsäußerung
Die Richterin sprach den Verfasser allerdings von der geltend gemachten Beleidigung frei. Die gegenständliche Bezeichnung sei zweifellos eine Beschimpfung und der gesamte Artikel "böse gegen Homosexuelle geschrieben", Grieb habe jedoch den Rahmen der freien Meinungsäußerung nicht verlassen, meinte Zeilinger: "Die persönliche Meinung wird heutzutage sehr hoch gehalten."

Keszler stehe "massiv in der Öffentlichkeit", "und ein Mensch, der so in der Öffentlichkeit steht, muss sich auch öffentliche Kritik gefallen lassen", begründete sie ihre Entscheidung. Das Schimpfwort sei im vorliegenden Fall "zu wenig beleidigend, um die Meinungsfreiheit außer Kraft zu setzen".

Keszler nimmt Freispruch nicht hin
Der Life Ball-Vater will den Freispruch nicht hinnehmen. Er kündigte umgehend Rechtsmittel an, über die das Wiener Oberlandesgericht als Berufungsbehörde abzusprechen haben wird. (apa/red)