"Philip rides again" von

Prinz Philip
sorgt für Ärger

"Philip rides again" - Prinz Philip
sorgt für Ärger © Bild: APA/AFP/POOL/Victoria Jones

Er kann es nicht lassen: Wenige Tage nach seinem Unfall mit einem Geländewagen ist Prinz Philip wieder am Steuer gesessen und dabei von der Polizei verwarnt worden. Und auch das Unfallopfer ärgert sich.

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Mehrere britische Boulevard-Zeitungen veröffentlichten am Wochenende Fotos, die zeigen sollen, wie der 97 Jahre alte Duke von Edinburgh einen SUV lenkt. Auf einem Bild in der "Daily Mail" sieht man ihn ohne Gurt und ohne Beifahrer. Die Polizei reagierte mit einer Verwarnung.

Zuvor wurden Fotos veröffentlicht, die dokumentieren, wie ein neuer Land Rover zum Landsitz der Queen (92) im ostenglischen Sandringham geliefert wird. Der Palast wollte die Berichte und Fotos nicht kommentieren. Mit einem ähnlichen Fahrzeug war der Royal am Donnerstag in der Nähe des Anwesens mit einem anderen Fahrzeug kollidiert. Sein Wagen, den er selbst fuhr, soll sich einem Augenzeugen zufolge mehrfach überschlagen haben. Prinz Philip blieb unverletzt, zwei Insassen des anderen Pkw erlitten Verletzungen.

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Die Polizei in Norfolk verwarnte Philip für sein Fahren ohne Gurt. Man habe "dem Fahrer den passenden Rat gegeben", sagte eine Sprecherin der BBC und weiteren Medien. "Das ist unsere Standard-Reaktion, wenn uns Fotos vorliegen, auf denen diese Art von Verstoß zu sehen ist."

Prinz Philip hat sich nicht entschuldigt

Nach dem Zusammenstoß seines Geländewagens mit einem anderen Auto ist eine Entschuldigung von Prinz Philip nach Darstellung eines Unfallopfers bisher ausgeblieben. Emma Fairweather, die bei der Kollision den Bruch eines Handgelenks davontrug, beklagte in der Zeitung "Sunday Mirror", der Duke von Edinburgh habe persönlich noch nichts von sich hören lassen.

© imago/PA Images

Hingegen habe ihr seine Ehefrau, Queen Elizabeth II., über eine eng vertraute Hofdame ihre "wärmsten guten Wünsche" ausrichten lassen. Das sei zwar eine nette Geste, aber nicht die Königin sei in den Unfall verwickelt gewesen, sondern ihr Mann, sagte Fairweather der Zeitung. "Ich bin immer noch überrascht, dass Prinz Philip nicht das Bedürfnis hatte, mich zu kontaktieren und nachzufragen, wie es mir geht." Der Buckingham-Palast teilte dazu am Montag mit, die Grußnachricht an die Insassinnen des Autos sei sowohl im Namen der Queen als auch ihres Mannes übermittelt worden.

»Ich bin immer noch überrascht, dass Prinz Philip nicht das Bedürfnis hatte, mich zu kontaktieren und nachzufragen, wie es mir geht«

Während Prinz Philip selbst unverletzt aus seinem umgekippten Wagen herauskam, erlitten die beiden Insassinnen des anderen Fahrzeugs Verletzungen. Ein neun Monate altes Baby blieb unbeschadet.

Debatte über autofahrende Senioren

Prinz Philips Unfall hat in Großbritannien eine Debatte über autofahrende Senioren ausgelöst. So legte der prominente Auto-Journalist Jeremy Clarkson dem 97-Jährigen am Wochenende einen Verzicht auf den Führerschein nahe. Seine erste Reaktion auf dessen Unfall sei gewesen: "Was zum Teufel macht ein Mann in diesem Alter hinter dem Steuer eines Wagens?", schreibt Clarkson in der Boulevard-Zeitung "The Sun".

»Was zum Teufel macht ein Mann in diesem Alter hinter dem Steuer eines Wagens?«

Interessengruppen behaupteten immer, dass ältere Fahrer sicherer auf der Straße seien als junge Rowdys, "aber ich bin mir nicht so sicher", sagte der Moderator der Amazon-Autoshow "The Grand Tour". In Großbritannien müssen sich Führerscheinbesitzer über 70 einem medizinischen Test unterziehen, um ihre Fahrtauglichkeit nachzuweisen.

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Philip hatte sich 2017 in den Ruhestand verabschiedet. In den vergangenen Jahren litt er unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam ein neues Hüftgelenk. Das hielt ihn aber nicht davon ab, sich weiter hinter das Steuer zu setzen.

Autounfall von Prinz Philip ohne gerichtliches Nachspiel

Der schwere Autounfall des Ehemanns der Queen, Prinz Philip, wird für den 97-Jährigen kein gerichtliches Nachspiel haben. Das teilte die Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag in London mit. Der Vorfall hatte eine Debatte über Senioren am Steuer ausgelöst. Philip gab erst nach mehreren Wochen seinen Führerschein ab.

Der 97-Jährige war Mitte Jänner in einen Unfall nahe des königlichen Landsitzes Sandringham in der ostenglischen Grafschaft Norfolk verwickelt gewesen. Der Prinzgemahl von Königin Elizabeth II. (92) war beim Einbiegen auf eine stark befahrene Straße mit einem anderen Auto zusammengestoßen und hatte sich in seinem Land Rover überschlagen. Er kam aber ohne Blessuren davon. Im anderen Fahrzeug brach sich eine Beifahrerin ein Handgelenk, die Fahrerin erlitt Schnittwunden am Knie. Ein Baby im Auto blieb unverletzt.

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