Belgisches Königshaus von

Prinz Laurent schießt gegen
die Familie: "Wie mit der Stasi"

Belgiens Nummer 11 der Thronfolge beklagt fehlende familiäre Unterstützung

Belgiens Prinz Laurent © Bild: Mark Renders/Getty Images

Belgiens Prinz Laurent fühlt sich von seiner Familie ausgegrenzt. "Meine Familie hat mich nie unterstützt", sagte der kleine Bruder von König Philippe am Donnerstag dem Fernsehsender RTBF. "Es fing an mit meinem Onkel, König Baudouin, und ging weiter mit meinem Vater Albert II. Mit ihnen war es wie mit der Stasi."

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Unter seinem Bruder, der Mitte 2013 den Thron bestieg, sei auch keine Besserung in Sicht. "Ihr Fehler war es, sich mit Menschen zu umgeben, die mir schaden und mich davon abhalten wollten zu arbeiten", sagte Laurent.

"Prinz Vollgas" auf Abwegen

Der 51-Jährige gilt als schwarzes Schaf der belgischen Königsfamilie. Wegen seiner Vorliebe für schnelle Autos erhielt er den Beinamen "Prinz Vollgas", mehrmals geriet er aufgrund seiner rasanten Fahrweise mit dem Gesetz in Konflikt.

Der Prinz, der in Belgiens Thronfolge an elfter Stelle steht, hat sich dem Umwelt- und Naturschutz verschrieben. Doch seine beruflichen Aktivitäten brachten ihm oft Ärger ein. Als er vor einigen Jahren ohne Genehmigung der Regierung ein Projekt mit einem Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi startete, wurden Laurents Bezüge gekürzt. Außerdem durfte er vorübergehend keine offiziellen Pflichten mehr wahrnehmen. Seine nach ihm benannte Stiftung steckt inzwischen in finanziellen Schwierigkeiten.

"Knüppel zwischen den Beinen"

In einem Interview der Zeitung "Libre Belgique" klagte Laurent, seine Familie werfe ihm seit Jahren "Knüppel zwischen die Beine". Sein ganzes Leben lang sei seine Karriere behindert worden. "Es ist wirklich schwer, in einem solchen Umfeld zu arbeiten."

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