Offenes Geständnis von

Prinz Harry: Keiner
will der Queen nachfolgen

"Gibt es jemanden in der Königsfamilie, der König werden möchte? Ich denke nicht"

Offenes Geständnis - Prinz Harry: Keiner
will der Queen nachfolgen © Bild: Getty Images/WPA Pool

Seit nunmehr 65 Jahren ist Elizabeth die Königin von England. Ihre Untertanen wünschen der 91-Jährigen ein langes Leben, denn kaum einer kann und will sich vorstellen, wie es ohne die Queen sein wird. Auch ihr Enkel nicht. Prinz Harry legt ein offenes Geständnis hab und erklärt, dass keiner in seiner Familie echte Lust habe, seiner Großmutter auf den Thron zu folgen.

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Kaum ein Mitglied des britischen Königshauses spricht so frei von der Leber weg wie Prinz Harry. Im Herbst offenbarte er in einem emotionalen Statement seine Beziehung zur Schauspielerin Meghan Markle. Nun gab er dem US-Magazin "Newsweek" ein überraschend offenes Interview, in dem er unter anderem über den tragischen Tod seiner Mutter Diana vor inzwischen beinahe 20 Jahren spricht. Im Alter von 12 Jahren musste Harry hinter dem Sarg seiner Mutter hergehen.

© imago/UPI Photo Prinz Philip, Prinz William, Charles Spencer, Prinz Harry und Prinz Charles

Lady Diana war zum Zeitpunkt ihres Todes nur vier Jahre älter als Harry heute - und noch immer hat der Prinz schwer an ihrem Tod zu knabbern. "Meine Mutter war gerade gestorben und ich musste einen langen Weg hinter ihrem Sarg hergehen, umgeben von Tausenden Menschen, die mich beobachtet haben, während Millionen im Fernsehen zuschauten. Ich denke nicht, dass ein Kind zu so etwas aufgefordert werden sollte, unter keinen Umständen. Ich denke, das würde heute nicht mehr passieren", meint Prinz Harry.

»Gibt es jemanden in der Königsfamilie, der König oder Königin werden möchte? Ich denke nicht.«

Doch nicht nur über seine Mutter, auch über die Monarchie an sich spricht der 32-Jährige überraschend offen. "Gibt es in der royalen Familie jemanden, der König oder Königin werden möchte? Ich denke nicht, aber wir werden unsere Pflicht erfüllen, wenn es nötig wird", meint Prinz Harry. Ihre "Pflicht erfüllen" werden wohl vor allem sein Vater Charles und sein älterer Bruder William müssen. Harry selbst wird als Fünfter der Thronfolge - auch sein Neffe George und seine Nicht Charlotte rangieren noch vor ihm - wohl eher nicht König werden.

Trooping the Colour
© APA/AFP/Chris J Ratcliffe Die königliche Familie bei "Trooping the Colour" - laut Harry verspürt kein Mitglie große Lust, der Queen nachzufolgen.

Völlig gefeit davor, den ungeliebten Posten übernehmen zu müssen, ist Harry jedoch nicht. Auch Queen Elizabeth hätte an sich gar nicht Königin werden sollen. Erst nachdem ihr kinderloser Onkel Edward VIII. aufgrund seiner Beziehung zur geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson quasi zur Abdankung gezwungen wurde, und ihm sein Bruder Albert auf den Thron folgte, wurde Elizabeth plötzlich zu Thronfolgerin. Der frühe Tod ihres Vaters machte sie im Alter von 26 Jahren zur Königin.

Für seine Großmutter findet Harry lobende Worte. Die Monarchie sei "eine gute Kraft", meint der Prinz, er wolle zusammen mit seinem Bruder William und seiner Schwägerin Kate "die positive Atmosphäre, die die Queen in über 60 Jahren geschaffen hat, weiterführen." In Königin Elizabeths Fußstapfen wollen die jungen Royals jedoch nicht treten. "Wir sind dabei, die Monarchie zu modernisieren", erklärt Harry gegenüber "Newsweek". "Nicht für uns selbst, sondern zum größeren Wohl für die Menschen", so der Prinz weiter.

»Die Menschen wären überrascht über das normale Leben, das William und ich führen.«

Als moderner junger Royal legt Harry großen Wert auf möglichst große Normalität. "Die Menschen wären überrascht über das normale Leben, das William und ich führen. Ich gehe selber einkaufen. Manchmal, wenn ich von der Fleischtheke in meinem lokalen Supermarkt komme, habe ich Angst, dass jemand mich mit seinem Handy aufnimmt. Aber ich bin entschlossen, ein relativ normales Leben zu führen, und wenn ich das Glück habe, Kinder zu bekommen, dann sie auch ", sagt Harry. Gelernt hat er das von seiner verstorbenen Mutter, die seinem Bruder und ihm einst ebenfalls eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen wollte. Und wenn er doch einmal König werden müsste? Auch dann würde er selbst einkaufen gehen, versichert der Prinz.