Nahost-Besuch von

Prinz Charles besorgt um Christen

Schwindende Zahl im Nahen Osten - Radikalisierung macht Thronfolger Sorgen

Prinz Charles © Bild: Ian Gavan/Getty Images

Der britische Prinz Charles macht sich Sorgen um die schwindende Zahl der Christen im Nahen Osten. Sie seien in den von der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten Gebieten "unglaublichen Einschüchterungen" ausgesetzt, sagte der 66-jährige Thronfolger in einem Interview, das die BBC am Sonntag ausstrahlte.

Dem Prinzen zufolge besteht die "Gefahr", dass im Nahen Osten durch Massenflucht nur noch "sehr, sehr wenige" Christen übrig bleiben. Dabei gebe es sie dort schon "seit 2000 Jahren", lange vor dem Aufkommen des Islam im 8. Jahrhundert. Dadurch ergebe sich eine "noch größere Tragödie".

Prinz besorgt über Radikalisierung

Besorgt äußerte sich der Prince of Wales auch über die "erschreckende" Zahl junger Muslime, die durch "verrücktes Zeug" im Internet radikalisiert würden. Der britische Thronfolger sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Prävention aus, um einem Abgleiten von Jugendlichen in den Islamismus entgegenzuwirken.

Staatsbesuche im Nahen Osten

Prinz Charles ist seit Samstag im Nahen Osten. Bis Donnerstag besucht er Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mitglieder des britischen Königshauses beziehen traditionsgemäß keine Stellung zu politischen Themen. Königin Elizabeth II. hat diese Diskretion zur höchsten Kunstform entwickelt. Ihr ältester Sohn dagegen äußert sich immer wieder offen zu Themen, die ihm wichtig sind - von genveränderten Lebensmitteln bis hin zu modernen Architektur. Seine unverblümten Aussagen stoßen nicht immer auf Verständnis.

Kommentare

Oberon

Wenn man sich politisch aus allem raus hält, wie das britische Königshaus, dann kann man nicht viel falsch machen. Prinz Charles nimmt sich kein Blatt vor den Mund und bezieht
Stellung, und das finde ich gut. :-)

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