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Prince - Großartiger Geburtstags-Gig

Zum seinem 56. Geburtstag hat der Star in der Stadthalle einen Konzertabend zelebriert

Prince © Bild: Getty/Gavan

Zum seinem 56. Geburtstag hat Popstar Prince am Samstag in der Wiener Stadthalle einen großartigen Konzertabend zelebriert. "Vienna, do you wanna play with me?" war des Prinzen Frage - ein zweieinhalbstündiger Auftritt bot alles, dass man diese Frage auch mit einem "Ja" beantworten wollte. Als Meister aller Klassen des Pop zelebrierte Prince Rogers Nelson eine Show der Sonderklasse.

Der Multi-Instrumentalist aus Minneapolis hat bekannterweise seinen kommerziellen Höhepunkt zwar bereits weit vor der Jahrtausendwende hinter sich gelassen. Sein kurzfristig angesetztes Konzert in der Wiener Stadthalle füllte diese trotzdem fast so gut wie voll. Prince mit seinen für immer in der Pop-Geschichte bestehenden Songs wie "Purple Rain" bis "Kiss" erwies sich auf der Bühne als eine omnipräsente One-Man-Show. Sehr viele Liebesbekundungen an Wien waren dabei inkludiert.

Fast brutal begann der Abend aber, denn selbst ein in der Studioversion zwar intensiver, aber doch melodischer Song namens "When Doves Cry" wurde roh, weil mit vor allem dominierenden, anfangs doch etwas fast schon gehörschädigenden Drums vorgetragen. Prince, weiß bekleidet und wenn er nicht von seiner Band begleitet war, oft von blauen Scheinwerfern bestrahlt, ließ in der Anfangsphase keine Nostalgie aufkommen. Er spielte Hit um Hit, ohne dass dem Publikum Zeit blieb, diese zu bejubeln - sofort leitete er den nächsten ein.

Bekannte Songs, mehrheitlich aus den Alben des früheren Schaffens wie "Sign Of The Times" oder "Purple Rain", erinnerten im ersten Drittel so live interpretiert an die Grooves, die sein legendäres, im Jahr 1987 kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogenes, "Black Album" ausmachten - und das erst Jahre danach doch in die Läden kam. Ob das der Kardinalfehler seiner Karriere war, bleibt Interpretationssache - jedoch sah man an der Zusammensetzung des Wiener Publikums, dass danach wenig neue Fans dazu kamen.

Es blieb jedenfalls keine Zeit, sich über die anfängliche Härte des Auftritts oder das spätere Fortkommen des diesen Ausübenden zu wundern, denn nach einer rund 50 Minuten andauernden offensiven Phase erlebte man dann Prince als König der Ballade. "Nothing compares 2 U", vom Meister 1985 veröffentlicht und fünf Jahre später als Welthit von Sinnead O'Connor gecovert, erzielte dann die maximalen Mitsingeffekte.

Die Spiellaune von Prince sollte sich aber noch weiter steigern und begleitet von seiner derzeitigen Band namens " 3rdEyeGirl", bei der besonders die Gitarristin überzeugte, nahm auch er selbst sein Saiteninstrument immer mehr zur Hand. So konnte man im letzten Drittel Prince, den Gitarren-Virtuosen erleben, der sichtlich Freude daran hatte, sein Publikum mit seiner Darbietung mitzureißen. "My Name Is Prince, and I am funky" - Textzeile eines Songs aus dem Jahr 1992 wurde da Programm.

Außerhalb der Bühnen wartet bald die überarbeitete Jubiläumsausgabe zum 30. Geburtstag vom Album "Purple Rain". Prince hat nun nach Jahren der Abkehr von den Plattenfirmen wieder einen neuen Vertrag mit diesen. Dass man diesen Musiker vor allem live auf der Bühne erleben sollte, hat der gestrige Auftritt aber unterstrichen. Eine derartige Spielfreude hat inzwischen Seltenheitscharakter in den Spitzen des Pop.

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