Primera Division von

Brisantes Stadt-Derby

Atletico Madrid spielt eine der stärksten Saisonen seit langem - Real ist gewarnt

Madrider Stadtderby © Bild: APA/EPA/Ballesteros

Es wäre die Krönung eines längst sensationellen Saisonstarts. Mit drei Punkten Rückstand hat sich Atletico Madrid zum ersten Verfolger des noch ungeschlagenen spanischen Tabellenführers FC Barcelona aufgeschwungen. Mit dem ersten Derbysieg gegen Real Madrid seit 13 Jahren würde Trainer Diego Simeone seinen Legendenstatus am Samstag bei Atletico endgültig einzementieren.

Der Druck liegt bei Real. Elf Punkte fehlen dem drittplatzierten Titelverteidiger bereits auf Spitzenreiter Barca, der Athletic Bilbao empfängt, acht auf den Stadtrivalen. "Es ist ein anderes Spiel als in den vergangenen Saisonen", gestand Real-Kapitän Iker Casillas. "Sie kommen mit einem sehr starken Team." Der Torhüter warnte vor allem vor Atleticos Stürmerstar Radamel Falcao. Auch der türkische Spielmacher Arda Turan versteht sich sehr gut mit dem Kolumbianer.

Den Unterschied aber hat Simeone ausgemacht. Der Argentinier, noch nicht einmal ein Jahr im Amt, hat Atletico neuen Kampfgeist eingehaucht. Als Mittelfeldspieler und Kapitän hatte Simeone die "Colchoneros" (Matratzenmacher) 1996 zum bisher letzten Meistertitel geführt, als Trainer ließ der 42-Jährige in der Vorsaison immerhin den Gewinn der Europa League folgen.

13 Jahre kein Sieg über Real

"Simeone zu holen, war ein großer Erfolg für Atletico", meinte Casillas. "Niemand hat ihm etwas geschenkt und er hat ihnen neuen Geist eingehaucht." Den bisher letzten Triumph in einem Stadtduell hatte Atletico im Oktober 1999 eingefahren. Beim 3:1-Sieg unter Trainer Claudio Ranieri traf der Niederländer Jimmy Floyd Hasselbaink im Doppelpack.

Selbst ein Remis könnte für Real zu wenig sein, um die Titelhoffnungen am Leben zu erhalten. Nach drei Liganiederlagen spürt Starcoach Jose Mourinho bereits Gegenwind. Beim 3:0 im Cup gegen den Drittligisten Alcoyano gab es unter der Woche aus einigen Teilen des Bernabeu-Stadions Pfiffe. "Wir haben gehofft, dass der Abstand kleiner ist", gestand Casillas. "Alles andere als ein Sieg wäre nicht gut für uns."

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