Premiere für die Linger-Brüder: Doppel- Olympiasieger holen ersten Sieg in Igls

Peter Penz und Georg Fischler fuhren auf Platz drei Damen: Reithmayer vergab nach Sturz Topplatz

Premiere für die Linger-Brüder: Doppel- Olympiasieger holen ersten Sieg in Igls © Bild: GEPA/Pranter

Ihren ersten Sieg im heimischen Eiskanal in Igls haben die zweifachen Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger zum Auftakt des Rodel-Weltcups gefeiert. Mit am Podest jubeln durfte auch die zweite österreichische Paarung mit Peter Penz und Georg Fischler als Dritte hinter den Italienern Christian Oberstolz und Patrick Gruber. Im Damen-Rennen, das die Deutsche Tatjana Hüfner gewann, vergab Nina Reithmayer nach einem Sturz im zweiten Lauf eine Topplatzierung.

Es war ein Sieg mit Ansage für die beiden Rodel-Brüder aus Absam. "Als zweifache Olympiasieger gehört es sich einfach, dass man im heimischen Eiskanal auch einmal gewinnt", sagte Andreas Linger nach den Trainingsläufen. Und die Favoriten bestätigten im 1.217 Meter langen Igler Eiskanal ihre Favoritenrolle mit zweimaliger Laufbestzeit. "Jetzt sind wir einfach nur happy. Es ist uns alles aufgegangen", sagte Andreas Linger nach dem siebenten Weltcup-Sieg, dem ersten seit 12. Dezember 2009 in Lillehammer.

"Jetzt fehlt nur noch der Gesamtweltcup"
Bereits zweimal konnten die Rodel-Brüder bei Olympia siegen, einen Welt- und einen Europameisterschaftstitel haben sie zu Buche stehen. Doch die Liebe zum relativ einfachen heimischen Eiskanal erwachte erst in den letzten beiden Jahren, als sie erstmals Podestplätze feiern konnten. "Mit dem Sieg haben wir einen weiteren Punkt in unserer Aufgabenliste abgehakt", scherzte Wolfgang Linger, "jetzt fehlt nur noch der Gesamtweltcup." Und da sind sie nach dem ersten von neuen Rennen in der Leader-Position.

"Das war schon fantastisch", kommentierte Nationaltrainer Rene Friedl die Leistung der Linger-Brüder. "Sie wollten diesen Sieg unbedingt und haben ein weiteres Mal bewiesen, dass sie mit Druck umgehen können." Doch Friedl verwies auch auf den dritten Platz von Peter Penz und Georg Fischler: "Eine starke Leistung, endlich haben sie zwei gleich schnelle Läufe ins Ziel gebracht und sich in der Spitze etabliert." Penz und Fischler strahlten über ihren Sieg, wollten aber nicht zu sehr abheben: "Jetzt geht es darum solide weiterzuarbeiten."

Schiegl-Cousins feiern Abschied
Vor dem Entscheidungslauf im Doppel verabschiedeten sich die Rodel-Cousins Tobias und Markus Schiegl offiziell vom Weltcup. In Tiroler Tracht mit Lederhose gekleidet fuhr das langjährige österreichische Erfolgsdoppel als Vorläufer während im Ziel die Blasmusik aus ihrer Heimatgemeinde Langkampfen aufspielte und Marketenderinnen die Schiegls mit einem Schnaps empfingen. Die Schiegls holten fünf Weltmeistertitel, drei davon mit der Mannschaft. Insgesamt 14 Medaillen holten sie bei Großereignissen, nur eine Olympia-Medaille war ihnen in ihrer 18-jährigen Karriere verwehrt.

Reithmayer stürzt im Damenrennen
Bei den Damen lief hingegen das Heimrennen der Innsbruckerin Nina Reithmayer nicht nach Wunsch. Nachdem die Silbermedaillengewinnerin von den Olympischen Spielen 2010 nach dem ersten Durchgang auf dem vierten Platz lag, riskierte sie im zweiten Lauf voll. "Ich bin dann zu spät ins Labyrinth, danach ging es sich nicht mehr aus", schilderte Reithmayer, die schließlich mit ihrer Rodel in die Zielkurve stürzte, ihr Missgeschick. Sie blieb aber unverletzt. Beste Österreicherin war damit als Achte Veronika Halder, die ihr bestes Igls-Ergebnis erreichte. Der Sieg ging an die deutsche Tatjana Hüfner vor Natalie Geisenberger (GER) und Erin Hamlin (USA).

Für die deutschen Damen war es der 99. Weltcup-Sieg in Serie, die Deutschen sind weiterhin seit 29.11.1997 ungeschlagen, damals hatte die Österreicherin Andrea Tagwerker in Königssee gewonnen. Nationaltrainer Rene Friedl war trotz des Sturzes mit dem Auftritt der Damen zufrieden: "Ein Sturz kann immer passieren. Nina war jedenfalls von ihrer Kraft und ihrer Zeit bei der Spitze dabei." Zufrieden war Friedl auch mit dem Auftritt der Juniorinnen Mona Wabnigg und Birgit Platzer, die ihre Weltcup-Debüts feierten: "Die Ränge 17 und 18 sind Topergebnisse. Sie haben ja schon gewonnen, da sie sich im Nationencup durchgesetzt haben und sich für den Weltcup qualifizieren konnten."

(apa/red)