Premier League von

Manchester United nach Ferguson

In Manchester beginnt Saison des großen Umbruchs – Schwieriges Auftaktprogramm

David Moyes der neue Traienr von Manchester United. © Bild: GEPA pictures/ AMA Sports

Nach 27 Jahren endete vergangene Saison die Ära von Sir Alex Ferguson. Nun steht ein schwieriger Umbruch bevor. Mit dem Auftaktspiel bei Swansea am Samstag beginnt möglicherweise die Ära von David Moyes. Vor allem Lokalrivale City und Chelsea sehen nun ihre große Chance gekommen - auch sie werden von neuen Chefcoaches dirigiert.

38 Titel holte Ferguson in 26,5 Jahren, die Latte für dessen schottischen Landsmann David Moyes liegt also denkbar hoch. Entscheidend für die Stimmung dürften die nächsten sechs Wochen sein. Der Titelverteidiger und Rekordmeister trifft in den ersten fünf Runden unter anderem auf Chelsea, Liverpool und Manchester City. Moyes gefällt das gar nicht, er unterstellte der Liga gar Absicht: "Ich hoffe nicht, dass die Ansetzungen viel schwieriger geworden sind, weil Manchester United in der letzten Saison mit komfortablem Vorsprung den Titel geholt hat."

Transfercoups konnte ManUnited bisher nicht vermelden. So misslang u.a. die Verpflichtung von Barcelonas Cesc Fabregas, die bisher einzige Verpflichtung ist der 20-jährige Innenverteidiger Guillermo Varela (URU) - und Wayne Rooney will weg. Sorgen hat Moyes deswegen aber keine. "Das ist die Mannschaft, die letzte Saison mit elf Punkten Vorsprung Meister wurde. Auch ohne Verstärkungen wäre sie ein harter Brocken für jedes Team."

Mourinho will den Titel

Ebenso selbstsicher gab sich Manchester Citys neuer Coach Manuel Pellegrini, der mit seiner Truppe erst am Montag Newcastle empfängt. "Ich glaube, wir haben den stärksten Kader in England", sagte der 59-jährige Chilene. Die beste Abwehr der Liga stellten die "Citizens" in der Vorsaison mit nur 34 Gegentreffern bereits. Aber selbst das nur siebtklassierte Liverpool erzielte mehr Tore. Deshalb verstärkte Pellegrini die Offensivabteilung massiv. Mit Jesus Navas, Alvaro Negredo, Fernandinho und Stevan Jovetic stießen für fast 100 Millionen Euro vier kreative Elemente zum Meister von 2012.

Zweiter großer Herausforderer Uniteds dürfte Chelsea mit Jose Mourinho sein. Bei seinem zweiten Engagement an der Stamford Bridge hat er Nachholbedarf. Denn in seiner "Abwesenheit" hat Chelsea die Champions League, die Europa League, die Meisterschaft und den FA-Cup gewonnen.

Weimann gegen den Abstieg

Mourinho soll Chelseas Hauptproblem der vergangenen Ligasaison beheben. Gegen die Top Ten der Premier League holten die "Blues" zwar gleich viele Punkte wie der Meister, aus den Vergleichen mit den restlichen Teams resultierten aber 14 Punkte weniger. Logisch erscheint die Idee, Wayne Rooney nach London zu locken. Denn Chelseas Stürmer Fernando Torres (8) und Demba Ba (2) schafften in der abgelaufenen Saison zusammen weit weniger Tore als das belgische Juwel Romelu Lukaku als Leihspieler bei West Bromwich (17).

Erster Herausforderer des Favoritentrios wird wohl Tottenham sein. Nach einer sehr ansprechenden ersten Saison unter Mourinhos "Ziehsohn" Andre Villas-Boas haben die Spurs massiv aufgerüstet. Allerdings bleibt abzuwarten, was mit dem walisischen Flügel Gareth Bale passiert. Der überragende Spieler der letzten Premier-League-Saison wird seit Wochen von Real Madrid umgarnt, sein Abgang wäre eine klare Schwächung. Bales aktuelle Fußverletzung wird ihn nach Schätzungen von Villas-Boas bis September außer Gefecht setzen.

Der einzige österreichische Premier-League-Beitrag, ÖFB-Stürmer Andreas Weimann, will mit Aston Villa diesmal möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun haben. "Ich bin optimistisch, denn wir sind eine junge Mannschaft, die jetzt ein Jahr reifer geworden ist", meinte Weimann. Der Auftakt hat es für das junge Team von Coach Paul Lambert jedenfalls in sich: In den ersten drei Runden trifft man auf Arsenal (Samstag), Liverpool (24. August) und Chelsea (31. August). In der sechsten Runde steht dann das Duell mit Vizemeister Manchester City an.

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