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Manchester City zittert sich zu Titel

Erst zwei Tore in Nachspielzeit sichern nötigen Sieg gegen Queens Park Rangers

Premier League - Manchester City zittert sich zu Titel © Bild: APA/EPA

Manchester City ist englischer Fußball-Meister - der Puls der Citizens-Fans wird sich aber nach dem dramatischen 3:2-Heimsieg gegen die Queens Park Rängers noch lange nicht senken. Erst zwei Treffer in der Nachspielzeit drehten die Partie und sorgten für den ersten Premier-League-Titel des Clubs seit 1968. Dank der um acht Tore besseren Tordifferenz hat Manchester City die Nase vor dem Lokalrivalen United.

Die knapp 50.000 Zuschauer im Etihad Stadium erlebten eine Partie wie auf einer Hochschaubahn. Mit dem 1:0 durch Pablo Zabaleta in der 39. Minute schien alles planmäßig zu verlaufen, doch knapp nach Beginn der zweiten Hälfte gab es die erste kalte Dusche für die Hausherren, als Djibril Cisse nach Fehler von Jolean Lescott das 1:1 erzielte.

Da United gleichzeitig 1:0 führte, benötigte City unbedingt den zweiten Treffer - der gelang aber den Gästen, und das nach der Roten Karte für Joey Barton (55./Tätlichkeit) sogar in Unterzahl. Die "Citizens" vergaßen bei einer Flanke auf Jamie Mackie, der unbedrängt einköpfeln durfte (66.).

Defensivschlacht der Gäste
Es folgte eine verzweifelte Sturm- und Drangphase von ManCity. Die Queens Park Rangers verbarrikadierten sich im eigenen Sechzehner und schienen die Gastgeber damit vor eine unlösbare Aufgabe zu stellen. Als viele Fans schon Tränen in den Augen hatten, kam aber noch die sensationelle Wende. Dzeko erzielte in der 91. per Kopf nach einem Eckball das 2:2 und Aguero traf zwei Minuten später zum umjubelten 3:2 - der Argentinier war vom eingewechselten Balotelli optimal in Szene gesetzt worden.

Bei den United-Fans löste diese Nachricht Entsetzen aus, und auch Coach Alex Ferguson stand der Schock ins Gesicht geschrieben, als er von Citys spätem Siegestor erfuhr. Davor hatten die Anhänger der "Red Devils" in Sunderland schon über die vermeintliche 20. Meisterschaft gejubelt.

Erster Titel seit 1968
So aber ging der Titel zum dritten Mal - zum ersten Mal seit 1968 - an den Stadtrivalen. "Fünf Minuten vor dem Ende hätte ich nicht mehr geglaubt, dass wir noch gewinnen. Aber wir sind verdient Meister geworden", erklärte Trainer Roberto Mancini.

Bei ManCity brachen nach dem nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg alle Dämme, die Fans im Stadion strömten auf den Rasen. "Ich habe nie aufgehört zu glauben", sagte Kapitän Vincent Kompany, der die Silber-Trophäe in Empfang nahm.

Seinem Trainer stand noch lange nach dem Schlusspfiff die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. "So ein Meisterschaftsfinale habe ich noch nie erlebt, das war das perfekte Ende einer verrückten Saison. Es ist einfach nur fantastisch für den Club und die Fans. Wir haben eine große Zukunft vor uns", erklärte Roberto Mancini.

Grantiger Ferguson gratuliert
United-Coach Alex Ferguson tat sich mit den Glückwünschen an die Stadtrivalen sichtlich schwer. "Jeder hat geglaubt, dass sie gewinnen, aber sie haben dafür zehn Gegenspieler und fünf Minuten Nachspielzeit gebraucht. Doch ich gratuliere ihnen zum Titel", meinte der Schotte.

Der Italiener konnte auf einen Kader zurückgreifen, der seit dem Einstieg einer Investorengruppe aus Abu Dhabi im August 2008 mit hunderten Millionen Euro aufgerüstet wurde. Stars wie Aguero, Carlos Tevez, David Silva, Yaya Toure oder Samir Nasri wurden von den Scheichs nach Manchester gelotst. Dies machte sich erstmals im Vorjahr mit dem Sieg im FA-Cup bezahlt. In der kommenden Saison soll nun der Angriff auf den Champions-League-Titel erfolgen - in dieser Spielzeit war in der Königsklasse bereits in der Gruppenphase Endstation gewesen.