Preissteigerung von

Ö: Inflation steigt

Kletterte im Oktober noch weiter auf 2,8 % - In Europa fällt sie hingegen

Euro zerschnitten durch eine schere in der Hand eines Geschäftsmanns. © Bild: Corbis/ Dan Brownsword

Immerhin, es ist auch ein Zeichen dafür, dass es Österreich wirtschaftlich immer noch verhältnismäßig gut geht. Gemeint ist der Anstieg der Inflation: Ein starker Anstieg der Wohn- und Energiekosten sowie die anhaltende Dynamik bei den Sprit- und Nahrungsmittelpreisen hat die Inflation in Österreich im Oktober noch weiter steigen lassen. Im Jahresabstand lag das Preisniveau um 2,8 Prozent höher, nach 2,7 Prozent im September, wie die Statistik Austria am Donnerstag mitteilte. So kräftig zugelegt hatte der VPI zum letzten Mal im Jänner mit ebenfalls 2,8 Prozent. Der tägliche Einkauf verteuert sich besonders stark.

Bedeutendster Preistreiber im Oktober war im Jahresabstand der Bereich "Wohnung, Wasser und Energie" mit 3,0 Prozent, während Treibstoffe um 7,9 Prozent teurer kamen und Nahrungsmittel im Schnitt um 3,1 Prozent mehr kosteten.

Der für Pensionistenhaushalte ermittelte Preisindex legte im Jahresabstand ebenfalls kräftig um 2,8 (2,7) Prozent zu. Der für die Eurozone errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs lag im Oktober 2012 sogar um 2,9 (2,8) Prozent über Vorjahr. Im Monatsabstand erhöhten sich der nationale VPI und der Pensionisten-Preisindex im Oktober um 0,2 Prozent, der österreichische HVPI um 0,3 Prozent.

Zwei- Wochen-Einkauf 4,0 % teurer

Der typische Wochen-Einkauf - der "Miniwarenkorb", der auch Treibstoffe enthält - verteuerte sich in Österreich im Oktober im Jahresabstand um 4,0 Prozent, etwas schwächer als im September (+4,3 Prozent), aber deutlich stärker als der allgemeine VPI (+2,8 Prozent).

Der "Mikrowarenkorb", der den täglichen Einkauf widerspiegelt und vor allem Nahrungsmittel enthält, kostete im Oktober um 3,5 Prozent mehr als ein Jahr davor, wie die Statistik Austria am Donnerstag weiter mitteilte. Im September hatte das Plus 3,1 Prozent betragen.

Für die Teuerung von 2,6 Prozent bei "Verschiedenen Waren und Dienstleistungen" gaben primär höhere Preise für Versicherungsdienstleistungen (+2,4 Prozent) sowie für Schmuck und Uhren (+8,8 Prozent) den Ausschlag.

Jahresinflation von 2,5 Prozent erwartet

EU-Teuerung sinkt

Die Inflationsrate könnte in Österreich heuer im Gesamtjahr auf zirka 2,5 Prozent ansteigen, mehr als die 2,3 Prozent, die noch Ende September vom Wirtschaftsforschungsinstitut und dem IHS prognostiziert worden sind. Dies sagte Wifo-Experte Marcus Scheiblecker am Donnerstag nach der Veröffentlichung des Oktober-VPI von 2,8 Prozent durch die Statistik Austria.

Bei der absehbaren Korrektur nach oben handle es sich aber nur um eine "numerische Anpassung" und um keine substanzielle Änderung, betonte Scheiblecker: Qualitativ bleibe das Bild gleich, denn es sei für 2013 weiterhin von einer Mäßigung der Inflation auszugehen. Grund dafür sei die schwache Konjunktur, die die Energiepreise zurückgehen lassen dürfte - wie dies schon die Spritpreisrückgänge im Oktober und jetzt im November gezeigt hätten.

Die Inflationsrate in der EU ist im Oktober im Jahresabstand gegenüber dem September von 2,7 auf 2,6 Prozent gesunken. Die Eurozone wies laut jüngsten Daten von Eurostat vom Donnerstag ebenfalls eine Reduktion der Teuerung von 2,6 auf 2,5 Prozent auf. Österreichs Rate lag mit 2,8 Prozent deutlich über diesen Werten.

Die höchsten Inflationsraten gab es im Oktober - verglichen mit Oktober 2011 - in Ungarn mit 6,0 Prozent. Dann folgen Rumänien (5,0), Estland (4,2), Slowakei (3,9), Tschechien (3,6), Spanien und Finnland (je 3,5), Polen (3,4), Niederlande (3,3), Slowenien, Luxemburg, Litauen und Malta (je 3,2) und Bulgarien (3,0). Österreich (2,8) liegt am 15. Platz innerhalb der EU-27. Dahinter kommen Italien (2,8), Großbritannien (2,7), Belgien und Zypern (je 2,6), Dänemark (2,3), Deutschland, Frankreich, Irland und Portugal (je 2,1), Lettland (1,6), Schweden (1,2) und Griechenland (0,9).

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