Preissteigerung von

Milch wird teurer

Hohe Futtermittel- und Treibstoffkosten als Ursache - negative Bilanz für Molkereien

Steigende Preise für Milch und Butter erwartet. © Bild: APA/Schlager

Eine Teuerung bei Milch und Butter steht ins Haus: In den nächsten Wochen werden die Preise für Molkereiwaren ansteigen. Davon geht Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), und Direktor der Kärntnermilch aus. "Es ist keine Erhöhung, sondern eine Rücknahme der Preisreduktionen vom Juli", sagte Petschar anlässlich der Österreichischen Milchwirtschaftlichen Tagung in Salzburg.

Eine sinkende Milchmenge durch gestiegene Futtermittelpreise sowie höhere Treibstoff- und Verarbeitungskosten nennt Petschar als Ursache für die Erhöhungen. Die Preissenkungen im Sommer wären vom Handel ausgegangen, seien aber von der Marktentwicklung eigentlich nicht gerechtfertigt gewesen.

Der Molkereivertreter geht von einer Erhöhung von zehn Cent für den Liter Milch und 10 bis 15 Cent für ein Viertel Kilo Butter aus. Dass sich diese Steigerung sehr rasch auf die an die Bauern gezahlten Erzeugerpreise auswirken wird, glaubt Petschar nicht. "Wir als Kärtnermilch haben im ersten Halbjahr mit 39 Cent mehr bezahlt als der Markt eigentlich hergegeben hat. Erst seit dem dritten Quartal erhalten die Bauern 36 Cent", erklärte Petschar.

Negative Bilanz für Molkereien

Er geht davon aus, dass die meisten österreichischen Molkereien aufgrund der Marktentwicklung im ersten Halbjahr negativ bilanziert haben. Anfang 2013 könnte es zu einer Erhöhung der Erzeugerpreise kommen, glaubt Petschar.

Als eine der größten Herausforderungen für die Branche sieht Petschar die Aufgabe, der herrschenden Unzufriedenheit entlang der Wertschöpfungskette entgegenzuwirken. Die Bauern klagten über einen zu geringen Milchpreis, die Verarbeitungsbetriebe seien am Limit und der Handel wäre mit den zu erzielenden Margen unzufrieden. Es brauche eine faire Preisgestaltung und mehr Bewusstsein für den Wert der heimischen Milch. "Es kann nicht sein, dass eine gentechnikfreie, täglich frisch verarbeitete Milch 95 Cent kostet und der Konsument bereit ist, für einen Liter Katzenmilch mehr als vier Euro zu zahlen", ärgert sich der Molkereivertreter.

Kommentare

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Und wieso kostet ein Liter Milch in Deutschland nur 51 Cent?

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Nun, nachdem ich nicht sehe, dass sich die Produzenten in Österreich eine goldene Nase verdienen, scheint mir das doch etwas mit der Marktkonzentration im Handel zu tun zu haben. Wenn 3 Konzerne mehr als 90% des Lebensmittelshandels beherrschen wie in Österreich, dominieren sie mit ihrer Preispolitik die Produzenten, Molkereien und letztendlich auch die Konsumenten.

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Und natürlich wird in der deutschen Agrarindustrie die Milch noch billiger produziert, aber trotzdem spielt mE.die übermächtige Marktkonzentration bei uns in Ö eine große Rolle. Wir sind stillschweigend vom Zeitalter der mächtigen Produzenten in das der Krämer gewechselt und wo der Mittelsmann König wird ist Abzocke und Qualitätsminderung die logische Konsequenz.

Ich kann higgs nur zu stimmen....fakt ist, das wir immer in die falsche Richtung denken. Ja die armen Tiere....aber was ist mit den Menschen, die 800 oder 1000 Euro im Monat verdient und dann noch eine Familie haben...für die ist jeder Cent Erhöhung eine Watsche ins Gesicht. Das liegt jetzt nicht am höheren Lebensstandard sondern an die Fehlpolitik im Bereich Lohnerhöhungen! Und die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer und größer...es gibt halt Dinge die die Bibel nicht umsonst erwähnt hat....

wintersun melden

Milch(produkte) sind eigentlich eh viel zu billig. Ja, zu billig. Damit sich eine tierfreundliche (also wirklich gerechte und nicht pseudogerechte) Milchproduktion für einen Bauern rentiert müsste der Preis noch ordentlich steigen ansonsten kann ein Bauer wohl sicher nicht mit den Großmolkereien mithalten wo die Tiere produzieren müssen bis die Euter sich entzünden und immer kränker werden.

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Ja, das ist ein grundsätzliches Problem. Und auch wenn man die komplexen Ursachenketten außen vor läßt, so bleibt das Phänomen,dass bei sinkender Arbeitsintensität und steigender Automatisierung der landwirtschaftlichen Produktion die Qualität sinkt und die Preise trotzdem steigen.Einfach produzierter Murks wird immer teurer und das watschelt als Fortschritt daher.Und während wir hier an...

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..Hochpreis-Tomaten mit der Konsistenz von Ping-Pong-Bällen kiefeln, verhungern in der dritten Welt Menschen,die ihre tägliche Kalorienzahl nicht mehr bezahlen können.Aber ab und zu hatscht dann einer durchs intellektuelle Gelände,der uns vorsingt,wie klug
das System sei und dass der Markt alles regle.Denn jede Religion braucht ihre Priester.

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