Preisspanne für Aktie von 5,5 bis 6,5 Euro: Büromöbel-Hersteller Bene geht an Börse!

Bruttoemissionserlös werde zur Expansion verwendet

Der niederösterreichische Büromöbelhersteller Bene, der in Waidhofen an der Ybbs sitzt und auch dort produziert, will mit dem Erlös aus dem Börsegang vor allem in Europa und im Mittleren Osten weiter wachsen. Die Aktie kostet zwischen 5,5 bis 6,5 Euro, die Erstnotiz im Prime Market der Wiener Börse ist für den 3. November geplant. Der Börsegang wird insgesamt 65,6 bis 77,3 Mio. Euro (ohne Mehrzuteilungsoption) bringen, bis zu 30 Mio. Euro davon fließen direkt ins Unternehmen und in die Expansion.

Im Zuge des Initial Public Offerings (IPO) werden mit 11,92 Mio. Aktien - davon 7,23 Mio. alte und 4,7 Mio. neue Aktien - rund die Hälfte der Bene-Aktien an die Börse gebracht. Der Finanzinvestor Sarpedon, dessen Mehrheitsgesellschafter die Unternehmens Invest AG (UIAG) ist und der bisher 60 Prozent bzw. 7,15 Mio. Bene-Aktien hielt, steigt im Zuge des IPO ganz aus Bene aus und erlöst damit bis zu 46,7 Mio. Euro. Die Bene-Privatstiftung, die bisher 40 Prozent am Unternehmen hielt, bleibt auch nach dem Börsegang größter Einzelaktionär. Bei vollständiger Platzierung der Aktien wird sich der Streubesitz auf mehr als 50 Prozent belaufen - ohne Ausübung der Mehrzuteilungsoption, die bis zu 1,063 Mio. Aktien umfasst.

Ausweitung des Geschäfts geplant
Zwei Drittel des Nettoemissionserlöses der Kapitalerhöhung will Bene in die Ausweitung des Geschäfts und der Produktpalette - v.a. Drehstühle und Metallmöbel - stecken und dabei im Vertrieb sowohl mit Akquisitionen von Fachhändlern und Produktionskapazitäten als auch organisch wachsen. Ein Drittel soll in die Ausweitung der Produktionskapazitäten fließen, berichtete Bene-Vorstandsvorsitzender Frank Wiegmann: "Wir prüfen Zukäufe in ganz Europa, im Westen und im Osten, und haben dafür 15 Mio. Euro in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung". Der Fokus der Expansion liege in Osteuropa, im Mittleren Osten sowie in Westeuropa.

Umsatz steigt
Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende Jänner) von 186,7 Mio. Euro auf mehr als 195 Mio. Euro steigen, kündigte Wiegmann an. Man wolle jährlich um 7 bis 8 Prozent und damit weiter stärker als der österreichische Markt wachsen und strebe eine EBITDA-Marge von 9 bis 10 Prozent an. 2005/06 betrug diese 9,0 Prozent, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 16,81 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) bei 11,29 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote betrug 27,9 Prozent. Jährlich will Bene 6 bis 9 Mio. Euro investieren.

Größter Umsatz in Österreich und Deutschland
Ein Drittel des Umsatzes erzielt Bene derzeit in Österreich, ein weiteres Drittel im größten europäischen Büromöbelmarkt Deutschland, der Rest entfällt auf Großbritannien, Russland, Osteuropa und die restlichen Märkte. "Wir wollen mittelfristig die stärkste und attraktivste Marke in Europa werden", sagte Bene-Vorstand Thomas Bene.

Die Angebotsfrist dauert von 19. Oktober bis längstens 2. November. Der endgültige Aktien-Preis wird voraussichtlich am 2. November veröffentlicht. Die Aktien werden in Österreich über ein öffentliches Angebot und in Europa im Zuge einer Privatplatzierung institutionellen Anleger angeboten. Bene-Mitarbeiter erhalten bevorzugte Konditionen. Die Angebotsaktien verfügen über eine Dividendenberechtigung ab dem 1. Februar, die Pay-Out-Ratio soll bei bis zu 50 Prozent liegen.

Bene hat 70.000 Kunden, wovon 11.500 jährlich mit rund 50.000 Aufträgen aktiv sind. Von den weltweit 1.217 Bene-Mitarbeitern (per Ende Jänner) arbeiten 900 in Österreich, 600 davon im Werk in Waidhofen. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland ist derzeit kein Thema, so Wiegmann.

Bene ist mit mehr als 22 Prozent Marktanteil Marktführer in Österreich und die Nummer Sechs in Europa. In Deutschland ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von unter 1 Prozent Marktfünfter. (APA)