Preisexplosion bremst die Kauflust

Unternehmer fordern rasche Steuersenkung

Preisexplosion bremst die Kauflust © Bild: Hausler

Steuern runter Jetzt. Explodierende Lebenshaltungskosten drücken auf die Kauflaune. Unternehmer fordern rasche Steuersenkung.

Die Preissteigerungen in Österreich nehmen kein Ende. Im Vormonat ist die Inflation auf ein neues Rekordhoch von 3,7 Pro­­zent geklettert. Damit liegt die Teuerungsrate sieben Monate hindurch deutlich über drei Prozent. Schuld daran sind die rasant gestiegenen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Diese Teuerung übertragen die Firmen in Form von höheren Preisen an die privaten Haushalte – wollen sie weiter Gewinne erzielen. Sehr zum Ärger der Konsumenten. Die lassen nun ihrem Groll freien Lauf und steigen vehement auf die Kaufbremse.

Milliardenverlust durch Kauffrust. In zwei Wochen wird das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) seine Konsumzahlen präsentieren. Wifo-Experte Markus Marterbauer: „Im März dieses Jahres haben wir noch mit 1,6 Prozent beim Konsumwachstum für 2008 ­gerechnet. Diese Zahl ist offensichtlich zu hoch.“ Sie wird dann nur bei 1,3 bis 1,4 Prozent liegen. Und damit deutlich ­unter dem langjährigen Durchschnitt von 2,25 Prozent.

Wie NEWS nun in Erfahrung brachte , kämpfen bereits die ersten Unternehmen mit der bedrohlichen Kaufzurückhaltung. So setzte von Jänner bis Mai 2008 der Porsche-­Konzern in Österreich um vier Prozent weniger Volkswagen ab als im Vergleichszeitraum 2007. Porsche-Chef Wolf-Dieter Hellmaier: „Hinzu kommt, dass unsere Kunden beim ­Neu­wagenkauf den Wagen mit dem kleineren Motor wählen.“ So entgehen bei einem VW Passat 4.000 Euro pro Verkauf. Ebenfalls betroffen von der Konsumflaute ist der Gebrauchtwagenhandel, der heuer ein ­Minus von drei Prozent einfährt.
In dieselbe Kerbe schlägt TUI-Österreich-Chef Klaus Pümpel: „Die hohe Inflation sowie steigende Lebensmittelpreise wirken sich auch auf
das Buchungsverhalten der österreichischen Familien aus. Die Reisebuchungen für den Sommer laufen verhaltener als erwartet. So liegt der Gesamtmarkt derzeit zwischen vier und sechs Prozent hinter dem Vorjahr.“ Und auch der Möbelhandel leidet unter der Teuerungswelle. Heinz Hofer-Wittmann, Chef der gleich­namigen edlen Möbelmanufaktur: „Wir sind in Österreich um drei Prozent hinter dem Vorjahr.“ Wittmann versucht dieses Minus mit dem florierenden Osteuropageschäft und der Ausstattung von Hotels wieder wettzumachen.

Fotolöwe Robert Hartlauer ortet ebenfalls eine mangelnde Kauflaune der Österreicher, ist aber für das Gesamtjahr noch optimistisch. Wie Experten bestätigen, ist aber für die Elektrobranche mit einem Umsatzrückgang von bis zu fünf Prozent zu rechnen. Hartlauer: „Der Staat muss nun endlich handeln und die Steuern senken. Sonst bremst der Konsum total ab. Am schnellsten ist dies über Lohnkosten und Treib­stoff­kosten zu machen. Es kann nicht sein, dass der Staat an einem Liter Treibstoff 69 Prozent über Steuern mitschneidet.“

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