Wien von

Kein Happy End für
die Prater-Ponys?

Tierschutzorganisation: Einige der Tiere arbeiten in benachbarter Reitbahn weiter

Prater-Ponys © Bild: VIER PFOTEN

Ende 2016 wurde das Ponykarussell im Wiener Prater nach 129 Jahren Betrieb geschlossen. Damals haben sich die Betreiberin des Karussells und Tierschützer darauf geeinigt, die Pferde in Pension zu schicken. Doch einige der Ponys müssen immer noch weiterschuften, wie die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" nun kritisiert.

Für einen Teil der Ponys gehe der Stress seit Beginn der neuen Saison in der benachbarten Prater-Reitbahn weiter, wie "Vier Pfoten" in einer Aussendung mitteilt. Die Tierschützer fordern daher erneut, dass die Ponys in den "wohlverdienten Ruhestand" gehen dürfen. Am Freitag wollen die Tierschützer im Prater im Rahmen einer Aktion Informationen, Helium-Luftballons und Süßigkeiten an Passanten verteilen, um auf das Schicksal der Tiere aufmerksam zu machen.

News berichtete bereits 2014 über das Leben der Prater-Ponys, die selbst bei Rekordhitze im Kreis gelaufen sind.

Prater-Ponys
© VIER PFOTEN Pony Maxi in der Reitbahn

"Wir konnten uns selbst bei einem Lokalaugenschein davon überzeugen, dass zum Beispiel Anka, Mani und Maxi, die jahrelang bei lauter Musik oft stundenlang im Kreis laufen mussten, weiterschuften müssen. Die Pferde sind teilweise fast 30 Jahre alt – ein wirklich unnötiger zusätzlicher Stress", kritisiert Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von "Vier Pfoten".

Prater-Ponys
© VIER PFOTEN Pony Anka in der Reitbahn

Bei den Gesprächen mit den Betreibern des Karussells sei laut Tierschutzorganisation im Frühjahr 2016 ursprünglich von acht bis zehn Tieren die Rede gewesen, für die ein neues, artgemäßes Zuhause gesucht werden sollte. Im Herbst 2016 hätten die Betreiber dann die Zusammenarbeit mit den Tierschützern beendet und anschließend verkündet, dass ein Großteil der Pferde auf der betriebseigenen Reitbahn im Prater weiter arbeiten soll. "Nach all den Jahren Arbeit wollen die Betreiber weiterhin Geld mit den Tieren machen – natürlich auf deren Rücken, nicht nur sprichwörtlich. Die alten Tiere wurden einfach umgeschult. Wir finden das schlicht unanständig", sagt Kley.

Isabel Groschopf, Betreiberin des Karussells, sagte gegenüber news.at noch im Sommer 2016 zu dem Aus: "Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt, es zu schließen." Das Geschäft sei in den letzten Jahren nicht mehr lukrativ gewesen. Außerdem seien "die Anfeindungen der Leute sind immer schlimmer geworden". Die Arbeit, in der auch viel Tierliebe stecke, habe daher nicht mehr so viel Spaß gemacht. Das Alter der Tier von teils 30 Jahren sie der beste Beweis dafür, dass die Tiere nicht gequält worden seien.