Präsidentenwahl in Serbien von

Nikolic siegt

Politischer Erdrutsch: Ex-Nationalist gewinnt im vierten Anlauf gegen Amtsinhaber Tadic

Präsidentenwahl in Serbien - Nikolic siegt © Bild: APA/EPA/Cukic

Der serbische Oppositionschef Tomislav Nikolic hat sich laut der staatlichen Wahlkommission seinen Sieg bei der Präsidenten-Stichwahl mit 49,76 Prozent der Stimmen gesichert. Nach der Auszählung von knapp 76 Prozent der Stimmzettel teilte die Wahlkommission in der Nacht mit, dass der bisherige Präsident Boris Tadic mit 47,15 Prozent der Stimmen zurückliegt. Die Wahlbeteiligung belief sich demnach auf 46,80 Prozent. Gut drei Prozent der Stimmzettel waren ungültig.

Die offiziellen Resultate unterscheiden sich nur unbedeutend von jenen, welche kurz nach dem Schließen der Wahllokale am Sonntagabend von der NGO Zentrum für Freie Wahlen und Demokratie (CESID) mitgeteilt wurden. Laut CESID erhielt Nikolic rund 1,521.600 Stimmen, Tadic 1,487.000 Stimmen. Der Unterschied zwischen den zwei Präsidentschaftskandidaten belief sich damit auf nur 34.600 Stimmen. Noch vor vier Jahren hatte sich Demokratenchef Tadic seinen Wahlsieg mit rund 2,197.000 Stimmen gesichert.

Neues Parlament ab 9. Juni
Der zum neuen Staatspräsidenten Serbiens gewählte Nikolic steht unterdessen komplexen Verfassungsproblemen gegenüber, damit er zügig sein Amt antreten kann. Da vor zwei Wochen erst Parlamentswahlen stattgefunden haben, könne der 60-jährige bisherige Oppositionsführer seinen Amtseid noch nicht vor der neuen Volksvertretung ablegen, berichtete die Nachrichtenagentur Beta am Montag in Belgrad. Möglicherweise müsse dafür noch einmal das alte Parlament zusammenkommen. Das neue Parlament soll erst am 9. Juni seine Arbeit aufnehmen.