Präsidentenwahl Ägypten von

Mursi kapp voran

Knapper Vorsprung für Muslimbruder vor Ex-Minister Shafik - Ergebnis am Donnerstag

Präsidentenwahl Ägypten - Mursi kapp voran © Bild: APA/EPA

Zwei Tage nach der Präsidentenwahl in Ägypten steht der Islamist Mohammed Mursi vor einem Sieg. Aus gut informierten Sicherheitskreisen in Kairo hieß es am Dienstag, der Kandidat der konservativ-religiösen Muslimbruderschaft habe sich in der Stichwahl mit 51,5 Prozent der Stimmen gegen den Ex-Minister Ahmed Shafik durchgesetzt. Das amtliche Endergebnis soll am Donnerstag feststehen.

Der Machtkampf in Ägypten ist aber damit noch nicht zuende. Der Oberste Militärrat, der seit dem erzwungenen Rücktritt des Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak im Februar 2011 alle wichtigen Entscheidungen trifft, setzte dem künftigen Staatschef einen Kanzleileiter aus den eigenen Reihen vor die Nase.

Darüber hinaus haben die Unterstützer des Ex-Militärs Shafik, den Mubarak kurz vor seinem Sturz vom Minister zum Regierungschef befördert hatte, ihre Hoffnungen noch nicht begraben. Diese stützen sich auf Einsprüche, die sie in mehreren Wahlkreisen gegen die Ergebnisse eingelegt haben. Demnach hätten die Muslimbrüder im großen Stil Wähler zu den Wahllokalen gefahren, was nach dem ägyptischen Wahlgesetz verboten ist.

Macht des Präsidenten einschränken
Unterdessen verkündete der Oberste Militärrat weitere Entscheidungen, die die Macht des künftigen Präsidenten einschränken werden. Die staatlichen Medien berichteten, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi habe General Abdelmumin Foda zum Verwaltungschef des Präsidialamtes ernannt. Gleichzeitig schuf er per Dekret einen Rat im Amt des Präsidenten, der über Budgetfragen entscheiden soll.

Bereits in der Vorwoche hatten die Militärs das Parlament geschlossen, nachdem das Verfassungsgericht die Wahl des Unterhauses zur Jahreswende für verfassungswidrig erklärt hatte. Die US-Regierung hatte das ägyptische Militär am Montag aufgefordert, die Macht möglichst bald an eine zivile Regierung abzugeben.