Postenbesetzungen von

Das Parteibuch hilft

Lange vermutet, jetzt belegt: Staatsnahe Manager sind zum Großteil parteizugehörig

Manager besprechen etwas © Bild: thinkstock.at

Für gelernte Österreicher kommt diese Erkenntnis nicht sonderlich überraschend: Mehr als die Hälfte der Manager in staatsnahen Konzernen sind eindeutig einer Partei zuzuordnen. Das belegt eine Studie, die an der Universität Wien durchgeführt wurde.

Erstmals wurden staatsnahe Postenbesetzungen systematisch untersucht und das Ergebnis ist eindeutig. Von 1.242 Top-Managern, die in die Untersuchung miteinbezogen wurden, konnten 718 eindeutig einer Partei zugeordnet werden. Analysiert wurden alle Firmen, an denen der Bund zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist - das sind in Summe 87 Unternehmen, berichtet "Die Presse".

Datenquellen waren dabei offizielle Lebensläufe, Medienberichte, verschiedene Datenbanken oder auch Wahllisten. Aufgeschlüsselt nach Parteien konnten 287 Manager der ÖVP, 281 der SPÖ und 151 der FPÖ beziehungsweise dem BZÖ zugeordnet werden. Studienautor Laurenz Ennser-Jedenastik nimmt jedoch an, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, da über unbekanntere Manager kleinerer Unternehmen oft wenig bis kein Material zur Verfügung stand.

Umfärben ist keine Theorie mehr

Ein weiteres, ebenso erwartbares Ergebnis der Untersuchung ist, dass sich der Anteil der einzelnen Parteien an den Spitzenmanagern mit der Zusammensetzung der aktuellen Regierung ändert. So steigerten FPÖ/BZÖ ihren Anteil an den Top-Entscheidern im staatsnahen Bereich während der Zeit der schwarz-blau-orangen Regierung signifikant. Mit anderen Worten: Die Praxis des Umfärbens ist nunmehr empirisch bewiesen.

Besonders zentral ist dabei die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden. Sind "nur" 54 Prozent der beobachteten Vorstände und Geschäftsführer einer Partei zuzuordnen, sind es 61 Prozent der Aufsichtsratsvorsitzenden. Ebenfalls auffällig: Je größer die Firma, desto deutlicher der Postenschacher. Bei den zehn größten Unternehmen (ÖBB, Asfinag, Verbund etc.) liegt der Anteil der eindeutig zuordenbaren Manager bei 67 Prozent, während es unter den übrigen untersuchten Unternehmen lediglich 51 Prozent sind.

Kommentare

Für mich ist nicht diese Erkenntnis das Dramatische, sondern mit welcher Ruhe wir auch diese Krot schlucken.

Und bei uns entschuldigt sich niemand für diese Kröte.

Wer sich um eine etwas besser bezahlte, oder gehobenere Stelle,beworben hat, und war es auch im eigenen Betrieb, war ohne Parteibuch chancenlos, auch bei besserer Qualifikation. Das ist so und wird immer so bleiben. Ohne Griess kein Kies !

Das soll eine neue Erkenntnis sein? Wird doch seit Jahrzehnten so praktiziert, oder?

lange vermutet- jetzt belegt- das Parteibunch hilft !!!!!
Diese Erkenntnis ist eindeutig Nobelpreis Verdächtig =)))))))

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