Post verspricht Schutzbrief für Briefträger: Keine Kündigungen zum Jobabbau geplant

Jobgarantie vor Gesprächen mit der Gewerkschaft Reformen angeblich ohne Mehrbelastung geplant

Post verspricht Schutzbrief für Briefträger: Keine Kündigungen zum Jobabbau geplant

Nach dem Streit um eine Neuordnung der Zustellung hat die Österreichische Post vor Beratungen der Gewerkschaft ihren Briefträgern eine Jobgarantie gegeben. Das Management versprach einen "Schutzbrief für Mitarbeiter" und beteuerte, dass es keine Kündigungen geben werde. Den geplanten Abbau von etwas mehr als 1.000 Zustellern will die Post durch natürlichen Abgang bewältigen.

Ursprünglich hätten die Mitarbeiter in einer Urabstimmung über das Reformpaket abstimmen sollen. Gewerkschaftschef Gerhard Fritz (S) hat jedoch die Verhandlungen vorab für gescheitert erklärt. Mitarbeiter müssten zu gleichem Lohn deutlich mehr arbeiten. Sein Stellvertreter Manfred Wiedner (V) dagegen hat das Paket begrüßt und will jetzt auf eigene Faust die Mitarbeiter befragen. Am Montag tagt der Zentralausschuss des Betriebsrates. Dort würden die Maßnahmen noch einmal diskutiert.

Aus Sicht der Unternehmensführung wird es durch die Reformen zu keiner Mehrbelastung für die Mitarbeiter kommen. "Die Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bleibt gleich", hieß es in der Mitteilung. Stattdessen werde Arbeitszeit nur "umgeschichtet". In den Zustellbasen werde die Arbeit erleichtert, durch mehr Vorsortierung in den großen Briefzentren, durch EDV-Unterstützung bei Abrechnungstätigkeiten und durch neue Sortiertische.

"Eine Stunde weniger in der Zustellbasis bedeutet eine Stunde mehr beim Kunden", so die Rechnung der Post. Mehr Zeit beim Kunden heißt in dem Fall vor allem, dass die Zustellgebiete neu gestaltet und vergrößert werden. Eine computergestützte Routenplanung soll die Strecken der Briefträger optimieren. Außerdem soll der Fuhrparkeinsatz optimiert werden.

Die Gewerkschaft dagegen spricht von 30 Stunden Mehrbelastung im Monat. Eine Erhöhung mancher Zulagen werde durch Kürzungen bei anderen Geldern, wie etwa Prämien für die Zustellung von Info-Post (Werbung) neutralisiert. Das Management erklärte dazu, man wolle lediglich mehr Transparenz im Entlohnungssystem schaffen.

Scharfe Kritik von Gusenbauer
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) übt heftige Kritik am geplanten Abbau von über 1.000 Briefträgern. "Einfach zu dekretieren, dass hier Leute abgebaut werden, nicht nachbesetzt werden, ohne dass hier vernünftige Lösungen angedacht werden, das wird sicher nicht der richtige Weg sein", sagt Gusenbauer in der ORF-Sendung "Niederösterreich heute". "Manchmal sollte sich das Management vielleicht auch überlegen, wie man sonst die Kostenstruktur verbessern kann", so der Bundeskanzler.

(apa/red)