Post will Pakete künftig Größe nach ver- rechnen: Umstellung in nächsten 2 Jahren

Auch Brief-Bereich soll bald "standardisiert" werden Hermes kostet Post heuer 11 Mio. Euro an Umsatz

Die Post will Pakete künftig nicht mehr nach ihrem Gewicht, sondern nach ihren Maßen abrechnen. Wie Generaldirektor Anton Wais am Rande der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz erklärte, soll das Paket-Porto in den nächsten zwei Jahren auf eine größenabhängige Staffelung umgestellt werden. Österreich sei mit den Niederlanden eines der letzten Länder in Europa, das seine Paket-Tarife derzeit noch nach Gewicht staffle, so Wais.

Auch der Brief-Bereich soll es laut dem Post-Chef in den nächsten Jahren "standardisiert" werden. "Heute kann man ein kleines Päckchen Gummibären noch mit einem Standardbrief verschicken. Das wird in Zukunft nicht mehr gehen", sagte Wais. Eine grobe Änderung der Tarif-Strukturen beim Brief schloss er aber aufgrund internationaler und nationaler Vorgaben aus - d.h. im Brief-Bereich sollen die Gewichtsklassen bestehenbleiben.

Außerdem hat Wais bekräftigt, dass die Post derzeit "nicht daran denkt, ihre Inlandstarife zu erhöhen". Das Auslandsporto für Standardbriefe innerhalb Europas wird die Post wie angekündigt per 1. September 2007 von 55 auf 65 Cent angehoben. Pakete sind zuletzt mit Jahreswechsel 2006 teurer geworden.

Durch die neue Konkurrenz für die Post durch den deutschen Paketdienst Hermes, eine Tochter der deutschen Otto-Versandhandelsgruppe, wird die Post laut Vorstand im zweiten Halbjahr rund 4 Millionen Pakete weniger transportieren. Laut Finanzvorstand Rudolf Jettmar wird die Post dadurch Umsätze in Höhe von 11 Mio. Euro verlieren. Das Betriebsergebnis (EBIT) wird dadurch voraussichtlich um 20 bis 25 Mio. Euro beeinträchtigt werden, bekräftigt der Post-Vorstand.

Wais geht davon aus, dass nach Hermes auch noch ein zweiter und dritter Konkurrent auf den österreichischen Paket-Markt drängen wird. Mit dem Einstieg in das Logistikgeschäft habe sich die Post aber schon vorzeitig auf die neue Wettbewerbslage vorbereitet. Habe die Zustellung von Versandhauspaketen in der Paket- und Logistik-Sparte der Post früher 80 Prozent der Umsätze ausgemacht, liege der Anteil jetzt nur noch bei 15 Prozent.

Ähnlich will sich die Post mit ihren Zusatzleistungen im Briefsektor auf die künftigen Wettbewerb vorbereiten - etwa mit dem Kauf der Firma Scanpoint, einem Spezialisten für Scanning und Digitalisierung von Dokumenten und des deutschen Werbemittel-Dienstleisters meiller. "Alles was wir bisher transportiert haben, können wir jetzt auch selbst herstellen", sagte Wais. Damit will die Post ihre Werbekunden binden. Einen signifikanten Mehrumsatz erwartet Finanzchef Jettmar daraus anders als bei den Zukäufen im Logistikbereich aber nicht.

(apa/red)