Post aus dem Kanzleramt: "Hat jemand
ein Thema für die Kronen Zeitung heute?"

Kanzler-Sprecherin bemüht sich um Geschichte Verärgert über "Verräter aus den eigenen Reihen"

Post aus dem Kanzleramt: "Hat jemand
ein Thema für die Kronen Zeitung heute?" © Bild: APA

Die guten Beziehungen des Bundeskanzleramts zu Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung sind ja schon bisher nicht im Verborgenen geblieben, man denke etwa an den EU-Leserbrief. Nunmehr gibt es auch einen schriftlichen Beleg, wie man sich im Büro von Regierungschef Werner Faymann um die "Kronen Zeitung" bemüht. Die "Tiroler Tageszeitung" veröffentlicht eine Mail von Kanzler-Sprecherin Angelika Feigl an die Sprecher von SP-geführten Ministerien und die Parteizentrale mit der Bitte: "Liebe Kollegen! Hat jemand ein Thema für die Krone heute?"

Antwort hat Feigl, die auch familiäre Beziehungen zur "Krone" hat, keine bekommen, beteuert sie in der "TT". Gleichzeitig betont die Sprecherin, dass solche Anfragen zu ihrem Job gehören: "Ich würde dies auch für andere Medien machen." Verärgert ist sie über "Verräter aus den eigenen Reihen", die das Mail weitergeleitet haben. Geschrieben wurde es am 18. August.

Die SPÖ-interne Geschichtensuche dürfte sich tatsächlich erfolglos gestaltet haben. Denn die "Krone" machte mit "Die Krone auf der Spur Kulterers" auf. Weiters auf Seite 1 schaffte es nur eine Politikerin aus dem VP-Regierungsteam: Justizministerin Claudia Bandion-Ortner kündigte eine "Offensive mit Justiz-Reform" an.

(apa/red)