Post mit 83 Jahren Verspätung zugestellt: Karte von 1926 erreicht endlich Adresse

Brüssel: 20-jähriger Soldat schreibt an seine Familie Tochter nimmt nun Schriftstück von Vater entgegen

Post mit 83 Jahren Verspätung zugestellt: Karte von 1926 erreicht endlich Adresse © Bild: APA/DPA/Boris Rössler

Langsamer als jede Schnecke: Rund 83 Jahre hat die Zustellung einer Postkarte in Belgien gedauert. Diese Woche stellte ein Briefträger in Flandern eine Postkarte zu, die ein Wehrpflichtiger im Jahr 1926 an seine Familie geschickt hatte. Eine Schnecke wäre schneller gewesen - das Kriechtier hätte den Weg von der Kaserne in Brüssel ins 50 Kilometer entfernte Opbrakel in gut zwei Jahren geschafft. "Niemand bei der Post kann sich erinnern, dass ein Brief jemals länger unterwegs gewesen ist", berichtete die flämische Zeitung "Het Laatste Nieuws".

"Wenn Ihr noch kein Hemd geschickt habt, dann tut das schnell", bat der damals 20-jährige Soldat Victor Morre seine Familie. Dieser Wunsch erreichte die Adressaten definitiv zu spät: Als Morre im Mai 2003 im Alter von 97 Jahren starb, war die Karte noch unterwegs. Statt seines Vaters nahm nun die 1939 geborene Tochter Rosa die Ansichtskarte mit dem Bild zerbombter Häuser aus dem Ersten Weltkrieg entgegen. Die Seniorin sieht das Kuriosum als wertvolles Erinnerungsstück. "Noch nie bin ich über eine Karte so froh gewesen", sagte Morre. Die Post nimmt an, dass die Karte all die Jahre in irgendeinem Postamt hinter einem Kasten gelegen hat.
(apa/red)