"Positive Ergebnisse": Türkische und irakische Minister beraten über PKK-Konflikt

Verteidigungsminister Bagdads sieht Fortschritte Irakische Minister kündigen "konkrete Vorschläge" an

"Positive Ergebnisse": Türkische und irakische Minister beraten über PKK-Konflikt

Erstmals seit der jüngsten Eskalation des Kurden-Konflikts an der türkisch-irakischen Grenze haben Regierungsdelegationen beider Länder in Ankara über Wege aus der Krise beraten. Der Sprecher des irakischen Verteidigungsministers Abdel Kader Jassim sagte nach der ersten Runde, es gebe "positive Ergebnisse". Neben Jassim nahm an den Gesprächen über das weitere Vorgehen gegen die Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak der irakische Minister für nationale Sicherheit, Shirwan al-Waeli, teil, auf türkischer Seite waren u. a. Außenminister Ali Babacan und Innenminister Besir Atalay vertreten.

Das Treffen wurde nach eineinhalb Stunden unterbrochen. Für den Nachmittag war eine weitere Runde geplant. Die beiden irakischen Minister kehrten zunächst in das Haus der Polizei zurück, in dem die elf Mitglieder der Delegation aus Bagdad untergebracht wurden. Die türkische Seite gab zunächst keinen Kommentar ab.

Nach Informationen des türkischen Fernsehsenders NTV wollte sich Babacan mit dem Generalstab treffen, sein Kollege Atalay wollte dem nach Rumänien gereisten Regierungschef Recep Tayyip Erdogan telefonisch über das Treffen Bericht erstatten.

Iraker kündigten "konkrete Vorschläge" an
Babacan hatte erklärt, die irakische Abordnung müsse mit konkreten Vorschlägen kommen, sonst sei der Besuch sinnlos. Daraufhin kündigte Jassim an, die irakische Regierung werde "konkrete Vorschläge" zur Lösung des Problems machen.

Die türkische Regierung zeigt sich nach wie vor entschlossen, militärisch gegen die PKK-Rebellen im Nordirak vorzugehen. Zuvor hatte Ankara den Druck auf Bagdad erhöht. Präsident Abdullah Gül bekräftigte, dass sein Land "fest entschlossen" sei, "alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedrohung zu beseitigen", die von der PKK im Nordirak ausgehe. Das türkische Parlament ermächtigte die Regierung in der vergangenen Woche zu einer Militärintervention. Der Beschluss ist ein Jahr lang gültig.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hatte zugesagt, die PKK-Büros im Irak würden geschlossen und PKK-Aktivitäten auf irakischem Boden verboten. Allerdings bestreitet die kurdische Regionalregierung im Irak nach wie vor, dass die PKK überhaupt Vertretungen im Nordirak unterhält.

Die PKK-Angriffe auf türkischem Territorium nahmen in jüngster Zeit wieder zu. Jüngst erreichte die Krise einen neuen Höhepunkt, als zwölf türkische Soldaten in einem Hinterhalt an der Grenze zum Irak von der PKK getötet und mehrere weitere gefangen genommen wurden. Laut PKK befinden sich acht Soldaten in ihrer Gewalt. Die Regierung in Ankara bestätigte bisher nicht offiziell, dass die Soldaten in den Händen der PKK sind.

(apa/red)