Portugiesische Behörden schließen Akt: Bleibt Fall Madeleine für immer ungelöst?

Ermittlungen sind bereits seit zwei Wochen beendet Verdächtiger bekommt 757.000 Euro Entschädigung

Portugiesische Behörden schließen Akt: Bleibt Fall Madeleine für immer ungelöst? © Bild: AP/Franca

Über ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der kleinen Madeleine McCann in Portugal wird der Fall möglicherweise entgültig zu den Akten gelegt. Portugals Generalstaatsanwalt Fernando Pinto Monteiro kündigte in Lissabon an, am 21. Juli werde es "eine Lösung" geben. Das neue Untersuchungen eingeleitet werden, ist mehr als unwahrscheinlich. Somit werden auch die Eltern nicht mehr als Tatverdächtige betrachtet.

Pinto Monteiro hatte die Staatsanwaltschaft kürzlich aufgefordert, ihm bis spätestens Ende Juli mitzuteilen, wie es mit dem Fall weitergehen soll. Vor rund zwei Wochen hatte die portugiesische Polizei die Ermittlungen ohne Ergebnis einstweilen eingestellt. Damals hatte der Generalstaatsanwalt erklärt, der Fall sei damit noch nicht zu den Akten gelegt worden. Darüber werde erst nach eingehender Prüfung des Abschlussberichts der Polizei entschieden. In dem Dossier hatten die Ermittler eingeräumt, keinen Schuldigen gefunden zu haben, den sie für Maddies Verschwinden verantwortlich machen könnten.

Die damals knapp vier Jahre alte Madeleine war am 3. Mai 2007 aus der Ferienwohnung ihrer Eltern an der Algarve-Küste in Südportugal spurlos verschwunden. Die Ermittler gingen zunächst von einer Entführung aus. Später neigten sie zu der Annahme, dass das Mädchen wahrscheinlich noch in der Ferienwohnung zu Tode kam und die Leiche versteckt wurde.

Sie verdächtigten auch die Eltern, mit dem Tod der Tochter etwas zu tun gehabt zu haben. Diese wiederum mobilisierten mit einer spektakulären Aktion weltweit Unterstützer für die Suche Madeleines und hatten im März mit Verleumdungsklagen erhebliche Entschädigungsleistungen von britische Zeitungen durchgesetzt.

Verdächtiger bekommt Entschädigung
Ein weiterer Verdächtiger, der in Portugal lebende Makler und Bauberater Robert Mura, bekommt eine Entschädigung von britischen Zeitungen und zwar in Höhe von 600.000 Pfund (757.000 Euro).

Die mehr als hundert Artikel in insgesamt elf nationalen Zeitungen hätten "sein Leben und das seiner Familie vollkommen zerstört", sagte der 34 Jahre alte Brite Robert Murat am Donnerstag vor dem Obersten Gericht in London.

Der in Portugal lebende Makler und Bauberater hatte den Zeitungen vorgeworfen, den Eindruck erweckt zu haben, dass er tatsächlich etwas mit dem Verschwinden der damals drei Jahre alten Madeleine zu tun habe. Murat wohnte damals in einem Haus unweit der Ferienwohnung, aus der das britische Mädchen am 3. Mai 2007 verschwunden war. Madeleines Eltern hatten bereits im März mit Verleumdungsklagen erhebliche Entschädigungsleistungen von britische Zeitungen durchgesetzt. (apa/red)