Portugals Scolari übt nach 0:2 Selbstkritik: Teamchef sauer über eingegangenes Risiko

Verwarnte Kicker nehmen "Gelbe" mit ins Viertelfinale Keine Präferenzen bezüglich des Viertelfinal-Gegners

Portugals Scolari übt nach 0:2 Selbstkritik: Teamchef sauer über eingegangenes Risiko © Bild: Reuters/Keogh

Portugals Teamchef Luiz Felipe Scolari hat nach dem 0:2 in Basel gegen die Schweiz Selbstkritik geübt. Allerdings nicht wegen der ersten Niederlage seiner Truppe im Turnierverlauf, sondern aufgrund seiner Aufstellungswahl. "Ich bin ein Risiko eingegangen, das hätte ich nicht tun sollen. Ich habe einen Fehler gemacht", erklärte Scolari und meinte damit die Gelben Karten, die Österreichs EM-Referee Konrad Plautz gegen den einen oder anderen seiner Schlüsselspieler zückte.

Plautz verwarnte seitens Portugals das Quartett Paulo Ferreira, Jorge Ribeiro, Fernando Meira und Miguel. Vor allem die Gelben gegen Ferreira, der bei den beiden Auftaktsiegen gegen die Türkei und Tschechien durchspielte, und Fernando Meira, der jeweils als Joker kam, dürften dem Brasilianer übel aufstoßen. "Diese Gelben Karten werden ins Viertelfinale mitgenommen", wusste Scolari natürlich, dass die Gelben seit der EURO 2008 nicht mehr nach den Gruppenspielen, sondern erst nach dem Viertelfinale gestrichen werden.

Und nun fürchtet der künftige Chelsea-Trainer, dass dies seiner Truppe in der anstehenden K.o.-Phase in Form von Sperren im möglichen Halbfinale auf den Kopf fallen könnte. "Aber wir werden erst sehen, ob es Konsequenzen haben wird. Ich trage die Verantwortung dafür." Scolari bedauerte nach Schlusspfiff, nicht sein gesamtes Stammpersonal geschont zu haben. "Ich hätte nicht nur acht Spieler austauschen sollen, sondern alle elf."

Lob an Plautz
Zu einer Kritik an Plautz ließ sich Scolari aber nicht hinreißen. "Sehr gut, hervorragend sogar", lautete die knappe Antwort auf die Frage nach der Leistung des Tiroler Unparteiischen, der mit seinem Team u.a. ein reguläres Portugal-Tor aberkannt hat.

Von seiner Stammformation hatte Scolari gegen die Schweiz das Trio Ricardo, Pepe und Ferreira von Beginn an spielen lassen. Den gelbbelasteten Ferreira holte Scolari noch vor der Pause vom Feld. In der Halbzeit forderte der Südamerikaner seine Schützlinge dann lautstark auf, keine weiteren unnötigen Verwarnungen zu riskieren. Mit der spielerischen Darbietung seiner B-Elf, die u.a. zweimal die Stange traf, war Scolari trotz des 0:2 nicht unzufrieden. "Wir haben offensiv gespielt und sind zu einigen Torchancen gekommen. Leider haben wir diese aber nicht verwertet."

Dass der von den heftigen Regenfällen bei Schweiz - Türkei in Mitleidenschaft gezogene Rasen im Basler St. Jakob-Park ausgetauscht wird, besserte Scolaris Laune. "Ein solcher Rasen wäre für unser Spiel sicher nicht von Vorteil gewesen."

(apa/red)

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