Portugal will sich ins Viertelfinale schießen:
Bisher einziges Duell vs. Tschechen verloren

EM-Finalist von 2004 gilt nach Auftaktsieg als Favorit Portugal mehr als Ansammlung von Individualisten

Portugal will sich ins Viertelfinale schießen:
Bisher einziges Duell vs. Tschechen verloren © Bild: AP/Franca

Portugal will auch in seinem zweiten EM-Gruppenspiel heute (ab 18 Uhr LIVE auf news.at) in Genf gegen Tschechien beweisen, mehr als nur eine Ansammlung von Individualisten zu sein. Mit seinem zweiten Sieg nach dem überzeugenden 2:0 zum Auftakt gegen die Türkei könnte der Favorit der Gruppe A bereits einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen. "Euphorie und übermäßiges Selbstvertrauen sollten wir aber vermeiden", betonte Teamchef Luiz Felipe Scolari.

Die Portugiesen hätten nämlich allen Grund dazu. Zu klar hatten sie ihr Auftaktmatch dominiert. Auch ins Spiel gegen die Tschechen, die beim 1:0 gegen die Schweiz alles andere als sattelfest gewirkt hatten, geht der EM-Finalist von 2004 als Favorit. Sollte es im Parallelspiel zwischen der Schweiz und der Türkei keinen Sieger geben, wäre der Aufstieg mit einem Sieg bereits perfekt. Laut Scolari sind "50 Prozent des Weges" geschafft.

Scolari hat große Namen zu Kollektiv vereint
Doch Portugal will nach dem Viertelfinale 1996, dem Halbfinale 2000 und dem Finale 2004 mehr. Scolari hat rund um Cristiano Ronaldo ein Team geformt, das alle Qualitäten hat. "Die Stärke einer Mannschaft ist nicht nur das Talent ihrer elf Spieler allein", erklärte der 59-Jährige, der sein Heimatland Brasilien 2002 zum WM-Titel geführt hatte. Schon damals hatte er große Namen vereint - und der Superstar hatte ebenfalls Ronaldo geheißen.

Cristiano Ronaldo war zwar mit einer ansprechenden Leistung ins Turnier gestartet, zur großen One-Man-Show wollen die Portugiesen ihr Spiel aber nicht degradiert sehen wissen. "Auch wenn Ronaldo seinen Status als derzeit bester Spieler der Welt zweifellos verdient hat, weiß er, dass er nicht mehr als ein Element dieser Gruppe ist. Alleine kann er nichts ausrichten", versicherte Scolari, der auf dieselbe Startformation wie gegen die Türkei setzen dürfte.

Teamchef verspricht Aufstieg ins Viertelfinale
"Wir werden versuchen, unseren Rhythmus zu behalten. Wenn wir weiterhin so schönen Fußball spielen, dann werden wir aufsteigen", versprach Scolari, der sein Team mit intensivem Videostudium auf die Tschechen vorbereitet hat. "Sie haben einen anderen Spielstil als die Türkei." Gewarnt sind die Portugiesen vor allem vor Solospitze Jan Koller, wenngleich dieser im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz nicht richtig ins Spiel gekommen war.

Ihren Stempel wollen der Partie erneut Ronaldos Teamkollegen aufdrücken. Innenverteidiger Pepe hatte sich zum Auftakt mit einem sehenswerten Tor zum 1:0 ins Rampenlicht gespielt, Stürmer Nuno Gomes zweimal Aluminium getroffen. Im Mittelfeld fungierten Deco und Joao Moutinho als einfallsreiche Spielgestalter. "Wenn wir weiterhin als Team auftreten, werden wir Erfolg haben", versprach Moutinho. "Individuelle Fähigkeiten nützen uns dabei."

Deco warnt vor Überheblichkeit
"Auch wenn sie zum Auftakt Schwierigkeiten gehabt haben, werden wir die Tschechen nicht unterschätzen." Denn gewonnen haben die Portugiesen gegen das Team der Tschechischen Republik noch nie. Das bisher einzige Duell entschieden die Tschechen im Viertelfinale der EM-Endrunde 1996 in England mit 1:0 für sich. Ein herrlicher Heber von Karel Poborsky von der Strafraumgrenze hatte den Unterschied gemacht.

Mögliche Aufstellung Portugal - Tschechien:
(Genf, Stade de Geneve, 18.00 Uhr/live auf news.at, Schiedsrichter Kyros Vassaras/GRE).

Portugal: 1 Ricardo - 4 Bosingwa, 15 Pepe, 16 Ricardo Carvalho, 2 Paulo Ferreira - 8 Petit, 20 Deco, 10 Joao Moutinho - 7 Cristiano Ronaldo, 21 Nuno Gomes, 11 Simao

Ersatz: 12 Quim, 22 Rui Patricio - 3 Bruno Alves, 5 Fernando Meira, 6 Raul Meireles, 9 Hugo Almeida, 13 Miguel, 14 Jorge Ribeiro, 17 Ricardo Quaresma, 18 Miguel Veloso, 19 Nani, 23 Helder Postiga

Keine Ausfälle

Tschechien: 1 Cech - 2 Grygera, 21 Ujfalusi, 22 Rozehnal, 6 Jankulovski - 14 Jarolim, 4 Galasek, 3 Polak - 7 Sionko, 20 Plasil - 9 Koller

Ersatz: 16 Blazek, 23 Zitka - 5 Kovac, 13 Kadlec, 18 Sivok, 15 Baros, 11 Vlcek, 17 Matejovsky, 19 Skacel, 8 Fenin, 10 Sverkos

Es fehlt: 12 Pospech (rekonvaleszent nach Grippe)

(apa/red)

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