Portugal träumt vom Europameistertitel:
Aber Finnland könnte Stolperstein werden

Im direkten Duell zu Hause gegen starke Finnen Auch Serbien bei Finnland-Sieg mit kleinen Chancen

Portugal träumt vom Europameistertitel:
Aber Finnland könnte Stolperstein werden

Portugal zählt sich selbst zu einem der Mitfavoriten auf den Fußball-EM-Titel 2008. Doch vorerst müssen die Portugiesen erst einmal die finale Qualifikations-Hürde nehmen. Die heißt in Porto Finnland und könnte gefährlicher sein, als es der Schein vorerst vermuten ließe. Die Finnen haben in Gruppe A unter anderem als einziges Team beim bereits qualifizierten Tabellenführer Polen gewonnen. Die vergangenen drei Partien der überraschend starken Skandinavier endeten allesamt 0:0.

Dieses Resultat würde den Portugiesen allerdings bereits reichen - wie jedes andere Remis auch. Bei einer Niederlage im Estadio Dragao würde der zweite EM-Starter neben den Polen allerdings aufgrund der direkten Duelle entweder Finnland oder Serbien heißen. Die Serben müssten sowohl am Mittwoch gegen den Tabellenführer als auch im Nachtragsspiel am Samstag gegen Kasachstan gewinnen, um ihre Chance am Leben zu erhalten. Klarer Favorit auf ein Ticket nach Österreich bzw. in die Schweiz bleiben aber die Portugiesen.

Scolari nach Sperre zurück
"Ich scheue mich nicht, zu sagen, dass wir Europameister werden können. Aber um den Titel zu gewinnen, müssen wir zuerst einmal die Qualifikation überstehen und unsere Teilnahme sichern", erklärte Portugals Teamchef Luiz Felipe Scolari, der für das abschließende Qualifikationsspiel auf die Trainerbank zurückkehrt. Die Sperre des 59-jährigen Brasilianers nach seinem versuchten Faustschlag gegen den Serben Ivica Dragutinovic war von der UEFA im Oktober von vier auf drei Partien verkürzt worden.

Im Vergleich zum Zittersieg am Samstag gegen Armenien (1:0) forderte Scolari "mehr Engagement und Mannschaftsgeist" von seinem Ensemble um Superstar Cristiano Ronaldo. "Wenn das nicht gelingt, kann unsere EM-Teilnahme zum Schluss noch einmal in Gefahr geraten", warnte der Teamchef, der auf Hugo Almeida verzichten muss. Der Stürmer von Werder Bremen, der gegen Armenien den einzigen Treffer erzielt hatte, laboriert an einer Oberschenkelverletzung und wird von Benfica-Angreifer Nuno Gomes ersetzt.

Finnen zeigen sich furchtlos
Die Finnen gehen ohne Furcht in ihr Endspiel beim Vize-Europameister von 2004. "Warum sollten wir nicht gewinnen?", fragte der frühere Ajax-Amsterdam-Star Jari Litmanen, der derzeit für Malmö FF in Schweden seine Schuhe schnürt. "Wir haben eine Chance. Portugal ist eine starke Heimmannschaft mit glänzenden Einzelspielern, aber auf ihnen lastet viel mehr Druck als auf uns." Bremen-Verteidiger Petri Pasanen sieht das ähnlich: "Wenn sie nicht bei der EM dabei sein, wäre das für sie eine Katastrophe."

Kleine Hoffnungen machen sich auch die Serben, die auf finnische Schützenhilfe angewiesen sind. "Unsere Chancen sind gering, aber wir werden versuchen, beide Spiele zu gewinnen", versprach Teamchef Javier Clemente. "Diese Gruppe war extrem hart. Diese Mannschaft hat extrem viel Potenzial, aber vielleicht waren wir ein wenig zu unkonstant", sagte der Spanier über sein junges Team. Clemente will auch im wahrscheinlichen Fall der verpassten EM-Qualifikation bis zur WM 2010 weiter als serbischer Nationaltrainer arbeiten.
(apa/red)

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