Porträt Romed Baumann von

Doch noch die Kurve gekratzt

Baumann beendet sein "Seuchenjahr" mit Bronze-Medaille bei WM in Schladming

Romed Baumann © Bild: APA/Helmut Fohringer

Noch vor eineinhalb Monaten hätte selbst Romed Baumann keinen Cent auf einen Medaillengewinn bei der alpinen Ski-WM in Schladming gewettet. Der 27-jährige Tiroler hat aber im richtigen Zeitpunkt gerade noch die Kurve gekriegt und in einer eigentlich schon als "Seuchenjahr" abgehakten Saison nun den bisher größten Erfolg seiner Karriere gefeiert: Bronze in der Super-Kombination am Montag in Schladming.

Spätestens seit seinem Kombinationssieg bei der Junioren-WM 2006 in Quebec wird Baumann als "Top-Allrounder" und "kommender Gesamt-Weltcup-Gewinner" gehandelt. Diesen hohen Erwartungen konnte der Mann aus der Biathlon-Hochburg Hochfilzen aber bis dato nicht wirklich gerecht werden. Auf mehr als Rang sieben in der Saison 2010/11 hat es Baumann bis dato im Gesamt-Weltcup noch nicht gebracht.

In allen Disziplinen Podestpotenzial

Zu unregelmäßig fährt Baumann in die absolute Weltspitze. Dass er - mit Ausnahme des Slaloms - in allen Disziplinen Podestpotenzial hat, hat er aber schon unter Beweis gestellt. In der Super-Kombination hat Baumann zwei Weltcup-Siege (Sestriere 2009, Chamonix 2012) gefeiert, in der Abfahrt war er dreimal Zweiter, im Super-G einmal Dritter und im Riesentorlauf dreimal Vierter.

Bei Großereignissen war Baumann, der 2011 WM-Teamsilber gewann, schon einige Male sehr knapp dran gewesen an der ersten Einzel-Medaille: Vierter in der WM-Abfahrt 2011, Fünfter im WM-Riesentorlauf 2010, Sechster im WM-Super-G 2011.

WM-Winter war eigentlich schon abgehakt

Den laufenden Winter hatte Baumann eigentlich bereits abgehakt gehabt, er tröstete sich schon mit der Aussicht auf Olympia 2014 in Sotschi. Der Materialwechsel von Salomon zu Blizzard wurde zunächst zum Himmelfahrtskommando, weil ihm durch eine lange Pause aufgrund eines Patellaspitzensyndroms im Sommer zahlreiche Test- und Trainingskilometer verloren gingen.

Die Wende wurde dann Ende Dezember in Bormio mit Rang acht in der Abfahrt eingeläutet. Seitdem geht es bergauf, bei der ÖSV-internen Qualifikation für den WM-Super-G auf der Turracher Höhe stach Baumann dann am vergangenen Freitag sogar Abfahrts-Weltcup-Sieger Klaus Kröll aus. Im Rennen belegte Baumann dann Platz acht, fünf Tage später folgte nun in der Super-Kombi seine große Stunde.

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