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Wer ist Gernot Blümel?

Porträt - Wer ist Gernot Blümel? © Bild: APA/HANS PUNZ

Gernot Blümel ist einer der jungen Männer, die in den vergangenen Jahren langsam aber sicher die Macht in der Volkspartei an sich zog. Bei der Nationalratswahl 2019 nimmt er den Spitzenplatz für die Wiener ÖVP ein.

  • Name: Gernot Blümel
  • Geboren: 24. Oktober 1981 in Wien, aufgewachsen in Moosbrunn
  • Alter: 37
  • Ausbildung: Studium der Philosophie in Wien und Dijon (Frankreich), danach Studium an der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien mit Abschluss Master of Business Administration
  • Aktuelle Position : Landesparteiobmann der ÖVP Wien
  • Familienstand: liiert mit Cliva Treidl
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Im Wahlkampf "blümelt" es wieder. So hat die Wiener ÖVP Anfang Juli in einer Sitzung ihren Chef und Ex-Minister Gernot Blümel als Spitzenkandidat für die Nationalratswahl 2019 fixiert. Er führt die Landesliste an.

Sein Ziel: "Mehr türkise Politik für Wien! Keine neuen Schulden, keine neuen Steuern und Gebühren." Der Standort solle zurück an die Spitze geführt werden. Die Wiener ÖVP-Kandidaten mit ihm an der Spitze würden sich gemeinsam dafür einsetzen, "den Weg der Veränderung von Sebastian Kurz auch in Wien fortzusetzen".

Klare Worte vom Ex-Kunst, Kultur und Medienminister, der wie gewohnt hartnäckig an seiner Laufbahn arbeitet. Seine Karriere startete der gebürtige Wiener, der in Niederösterreich aufwuchs, in der Jungen ÖVP, deren Internationaler Sekretär der graduierte Philosophie- und Wirtschaftsstudent ab 2006 war. Später wurde er sogar Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei.

Seine Förderer und eine Überraschung

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Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz holte mit Gernot Blümel einen seiner engsten Vertrauen zu sich als Kanzleramtsminister. Wie bei selbst Kurz war auch bei Blümel Michael Spindelegger der entscheidende Förderer. Dieser machte ihn als Zweiter Nationalratspräsident zu seinem Sekretär und nahm ihn später auch ins Außenministerium uns Vizekanzleramt mit.

Eher überraschend kam, als Spindelegger Ende 2013 den weithin unbekannten Blümel dann auch noch zum Generalsekretär machte. Dass Blümel nach dem Rücktritt Spindeleggers als ÖVP-Obmann im Sommer 2014 unter dessen Nachfolger Reinhold Mitterlehner diesen Job behalten durfte, galt durchaus als Überraschung.

Klare Ansagen an Mieter und Flüchtlinge

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Politisch setzte Gernot Blümel stets auf Härte. So plädierte er dafür, den "Magneten" Mindestsicherung für Asylwerber zu beschneiden. Die "völlig überzogene Willkommenskultur"war ihm generell ein Dorn im Auge, auch das Bekenntnis zu Obergrenzen für Flüchtlinge forderte er ein.

Bei der umstrittenen Änderung der Wiener Bauordnung setzte er auf gemeinsamen Aktionismus mit der FPÖ. Und streng zeigte sich in der Funktion als ÖVP-Obmann auch zu Mietern. Jenen, die im Gemeindebau residieren, wollte er das Entgelt erhöhen, sobald das Haushaltseinkommen steigt.

Gernot Blümel und die FPÖ

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In seiner Zeit als Minister ist ihm eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen nicht schwergefallen. Es sei "ein schönes, professionelles Zusammenarbeiten", streute er einmal Ex-FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus Rosen, der Blümel wiederum "Handschlagqualität" zusprach.

So agiert er im persönlichen Umgang

Ungeachtet der professionellen Bissigkeit gilt der am 24. Oktober 1981 geborene Blümel im persönlichen Umgang als umgänglich und höflich. Er studierte Philosophie in Wien und Dijon (Frankreich) sowie an der Wiener Wirtschaftsuniversität. Während seiner Studienzeit in der Bundeshauptstadt trat er der JVP sowie der katholischen Studentenverbindung Norica bei.

Sein Privatleben

Persönlich ist der selbstbewusste neue Kanzleramtsminister ein guter Smalltalker und zweifelsohne cleverer Karriere-Bastler. Über sein Privatleben hält sich der ÖAABler sehr bedeckt. Bekannt ist, dass Blümel seit einigen Jahren mit Clivia Treid liiert ist. Das sorgt durchaus für einen Hauch Glamour, denn die Moderatorin eines österreichischen Privatsenders hat einst die Hüllen für den Playboy fallen lassen.

Fußball, Schlagzeug und Tattoos

Als gesichert gilt auch, dass er Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, gerne Sport betreibt und inzwischen nicht mehr in Niederösterreich, sondern in Wien lebt. In seiner Heimatgemeinde Moosbrunn war er bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein (Fußball) und im Musikverein (Flügelhorn, Tenorhorn, Schlagzeug). In einem Interview gestand er zwei Tattoos.