Fahrtest von

PS gekappt, Fahrspaß erhalten

Fahrtest - PS gekappt, Fahrspaß erhalten © Bild: Porsche Holding GmbH

Der Porsche Macan wurde jüngst dezent aufgefrischt, abgasfit gemacht und ein klein wenig eingebremst. Aber merkt man das denn auch?

Facelifts bringen zumeist eine feine Modifizierung des Blechkleids und vielleicht ein kleines Motor-Update, bei dem ein paar zusätzliche Pferdestärken rauskommen. Oder manchmal auch eine herbe Enttäuschung. Der Porsche Macan, 2014 auf den Markt gekommen und schnell zum Verkaufsschlager aufgestiegen, musste zwecks Erhaltung dieser Resultate auch zurück ins Werk. Doch: Das Außendesign blieb nahezu unverändert, sieht man vom durchgehenden Leuchtband am Heck, übrigens eine "Anregung" vom 911er, ab.

© Porsche Holding GmbH

Damit nicht genug. Seit Porsche beim Macan den Diesel entsorgt hat, gilt der Basis-Benziner als Wahl der Stunde. Doch just der wurde im Rahmen des Facelifts nicht aufgepäppelt, sondern sieben PS beraubt. Bleiben unterm Strich also "nur mehr" 245 PS, und das bei zwei Liter Hubraum und vier Zylindern. Für viele Porsche-Enthusiasten ein Kollateralschaden. Dabei dient die leistungsmäßige Abmagerungskur der Einhaltung der geltenden Abgasnorm 6d-Temp, die so unter Mithilfe eines Partikelfilters (dem ersten bei Porsche überhaupt) geschafft wird. Und, Hand aufs Herz, sieben PS sind doch gerade bei einem SUV nicht die Welt.

Also nach alter Väter Sitte den Schlüssel links ins Zündschloss gesteckt und umgedreht. Ganz ehrlich, das klingt nicht gerade nach Porsche, aber noch immer um Welten besser als diese schrecklichen, künstlich generierten Soundkaskaden. Also aufs Gaspedal gestiegen, und los geht's. Und das gar nicht unflott, denn schon untenrum hat der Motor genügend Pepp und dreht fein hoch. Natürlich kann man den Beschleunigungsvorgang noch ein klein wenig rasanter gestalten. Dann gilt es, am kleinen Drehrädchen unten am Lenkrad auf "Sport" oder "Sport+" zu switchen, und schon bollert der Macan mit einer Zusatzprise Verve los. Allerdings, und das ist weniger schön, sollte man vorher auf der Extra-Liste das Sport-Chrono-Paket angekreuzelt haben, was allerdings mit 1.358 Euro zu Buche steht. Wie flott es dahingeht, kann man immer am analogen (!) Tacho ablesen.

© Porsche Holding GmbH

Apropos: Im Innenraum kommt das von den älteren Geschwistern Cayenne und Panamera "ausgeborgte" Infotainment zum Einsatz, das jetzt über einen elf Zoll großen Touchscreen bedient wird. Allerdings wurden dadurch bei der schon seit jeher überladenen Mittelkonsole kaum Schalter eingespart.

Auf der letzten Testetappe zeigt der Macan, dass er sich in kurvigem Geläuf noch einen Tick wohler als auf der Autobahn fühlt. Denn die Federung ist verbindlich, die Lenkung direkt und der Allrad gefinkelt. Und das herrlich exakte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bügelt kleine Potenz-Unzulänglichkeiten beim Aus-der-Kurve-Beschleunigen raffiniert aus.

Porsche Macan II

Preis: ab € 70.646,-
Motor: 4 Zylinder, Turbobenziner, 1.984 ccm
Leistung: 245 PS (180 kW)
Spitze: 227 km/h
0-100: 6,5 Sek.
Verbrauch: 10,3 l/100 km
Emission: 245 g CO2/km
Fazit: Wenn man beim Macan das Motto "Man gönnt sich ja sonst nichts" lebt und 30 Extras ordert (ein paar wie das Raucher-Paket sind obsolet), treibt das den Kaufpreis auf stolze 104.294 Euro hoch