Popfest Wien von

In Wien wird gepoppt

Fest startet heute zum dritten Mal und der Wettergott dürfte gnädig sein

Popfest Wien - In Wien wird gepoppt © Bild: APA/Hochmuth

Das Wiener Popfest dürfte trocken bleiben - zumindest wettertechnisch: Dem viertägigen Musikfestival am Karlsplatz, das zwischen heute und Sonntag 47 heimische Bands bei freiem Eintritt präsentiert, lacht großteils die Sonne. Laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) ist vor allem an den ersten beiden Tagen die Niederschlagswahrscheinlichkeit äußerst gering. An den Wochenendtagen kann es in der Nacht allerdings zu Gewittern kommen, so die Prognose.

Mit den Beth Edges, Attwenger und Fatima Spar ab 18.30 Uhr auf der Seebühne vor der barocken Karlskirche und Temperaturen von 25 Grad bei lediglich geringer Bewölkung steht einem in jedem Sinn heiteren Eröffnungsabend nichts im Wege. Erfrischender Indie-Rock trifft hier auf mühlviertlerisches Mundart-Mantra und Weltmusik deutsch-englisch-türkischer Zunge. In den Nachtstunden geht es munter weiter in den nahe gelegenen Indoor-Dependancen des Festivals: Ernst Molden spielt etwa im Wien Museum, Der Nino aus Wien im Prechtlsaal der Technischen Universität und Anbuley im brut.

Freitag sternenklar
Keine Sorgen über einen regenbedingten Boykott des Publikums müssen sich auch jene Kapellen machen, die den Freitag unter freiem Himmel bestreiten. Vor der Linzer Hip-Hop-Institution Texta, die den Headliner des Abends macht, stehen noch Lonely Drifter Karen und die Amadeus-Gewinner M185 auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die ZAMG prognostiziert sonnige Abendstunden mit wohligen 26 oder 27 Grad und eine sternenklare Nacht. In der TU dominiert mit Elektro Guzzi und Patrick Pulsinger die Elektronik, im Ost-Klub, der heuer erstmals als Austragungsort dient, gibt es Feelgood-Musik - serviert u.a. von POP:SCH und Binder & Krieglstein.

Kreisky am Samstag
Durchaus sommerlich geht es auch am Samstag zu. Vorausgesagt sind sonnige 28 bis 32 Grad. Frankophiler Pop a la Mopedrock!! und die zwischen Soul, Jazz, Akkordeon und Terzengesang changierenden 5/8erl in Ehr'n sorgen für den musikalischen Unterbau. Mit dem Näherrücken des Auftritts der zornigen Mannen von Kreisky, die ab 21.30 Uhr das Seebühnen-Line-up beenden, wird sich - durchaus passend - der Himmel zusehends verdüstern. In der Nacht muss man dann mit teils heftigen Gewittern rechnen. Zum Trocknen empfehlen sich die Robert-Stadlober-Kapelle Gary, die Nifty's oder DJ Urbs, welche in den wetterfesten Locations einheizen.

Ohne Open Air am Sonntag
Der Sonntag kommt dann ohne Open-Air aus - was angesichts der bevorstehenden abendlichen Gewitter nicht ganz schlecht ist. Im project space der Kunsthalle Wien gibt es - wie übrigens schon am Samstag - ab der Mittagszeit Podiumsdiskussionen über den archivarischen Umgang mit österreichischer Popkultur, das Überleben in derselben sowie über die Frage, ob und wie Provinzialität und Regionalismus im heimischen Musikschaffen überwunden werden können. Ob der Wortlastigkeit sind die Bandauftritte an diesem Tag in der Minderzahl. Wer trotzdem noch Lust hat, geht am Abend ins Wien Museum zu Loose Lips Sink Ships, Woodpigeon und Squalloscope.

Zum letzten Mal Rotifer
Kuratiert wurde die dritte Auflage des Popfests erneut vom Wahl-Londoner, Musikjournalisten und FM4-Mann Robert Rotifer - allerdings zum letzten Mal. Denn künftig soll jedes Jahr ein anderer Spezialist für die Programmierung verantwortlich sein. "Wiederholung trägt die Gefahr der Institutionalisierung in sich", hatte Rotifer selbst den Schritt bei der Line-up-Präsentation Ende Juni begründet. Er wird der Veranstaltung jedoch weiterhin beratend zur Seite stehen. Im Vorjahr lockte das Popfest, das damals noch im Mai stattfand, rund 50.000 Menschen an.

Link: Infos und Programm unter popfest.at