Pollensaison steuert nun auf Höhepunkt zu:
Schlechtes Wetter hat Blühbeginn verzögert

Gleichzeitiges Auftreten von Gräser- & Roggenpollen Experten: 'Wird nicht extrem - kein Grund zur Panik'

Pollensaison steuert nun auf Höhepunkt zu:
Schlechtes Wetter hat Blühbeginn verzögert

Für diese Woche erwarten Experten den Höhepunkt der diesjährigen Pollensaison. Schuld daran ist das zuletzt schlechte Mai-Wetter, das den Blühbeginn vieler Pflanzenarten verzögert hat. Dafür geht's jetzt richtig los: Das gleichzeitige Auftreten von Gräser- und Roggenpollen könnte Allergikern zu schaffen machen.

Die Flora ist wetterbedingt mit großen Verspätungen dran, sagte der Experte. "So einen späten Beginn der Gräserpollen-Saison haben wir noch nie gehabt." In "normalen" Jahren beginne die Saison im Tiefland Mitte oder Ende Mai. "Heuer haben wir im Mai aber nur zwei Tage mit nennenswertem Pollenflug gehabt." Deswegen kommen die Belastungen jetzt mit voller Wucht. Bei Allergikern lösen die Eiweiße in den Pollen Heuschnupfen aus.

Experten: "Kein Grund zur Panik"
"Wiesengräser sind schon seit zwei, drei Wochen blühbereit. Jetzt setzen sie mehr als sonst auf einen Schlag Pollen frei", erläuterte Siegfried Jäger vom Pollenwarndienst. "Die wetterbedingte Verzögerung führt zu einer etwas erhöhten Produktion." Die Roggenblüte, die heuer ebenfalls "um mindestens 14 Tage zu spät" einsetze, multipliziert den "Schnieffaktor" noch. "Extrem wird es aber trotzdem nicht", wies Jäger aus Nachbarländern stammende Alarmrufe zurück. "Panik ist nicht angebracht." Pollenflug hängt vom Wetter ab. "Der Idealzustand für Pollen sind Temperaturen über 22 Grad, leichter Wind und viel Sonne", so Jäger weiter.

Starke Belastung in Deutschland und der Schweiz
In Deutschland etwa rechnet der Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), Torsten Zuberbier, einem Bericht der Deutschen Presse Agentur zufolge mit einer "Pollenbelastung so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr". Ursache sei der lange und kalte Winter, nach dem die Pflanzen nun versuchten, sich besonders schnell und intensiv zu vermehren. Indizien für verstärkte Belastungen gibt es auch aus anderen Nachbarländern: "Laut den neuesten Daten aus der Schweiz schaut es dort schon ganz heftig aus. Mit Deutschland vergleichbar ist die Situation bei uns nicht, ähnlich könnte es aber schon werden. Wir haben den Vorteil, dass die Mahd schon überall eingesetzt hat", beruhigte Jäger. "Die Heuernte wird dazu beitragen, dass extrem starke Belastungen ausbleiben." (APA/red)