Polizist in Wien niedergeschlagen: Täter verletzen Beamten und rauben Dienstwaffe

Rumäne und sein Komplize weiter auf der Flucht Polizist "einfach zur falschen Zeit am falschen Ort"

Die Fahndung nach jenen beiden Tätern, die am Samstagvormittag einen 46-jährigen Gruppeninspektor in Wien-Ottakring niedergeprügelt und seine Dienstwaffe gestohlen haben, ist bisher ohne Erfolg geblieben. Laut Oberstleutnant Gerhard Haimeder von der Kriminaldirektion 1 (KD 1) befinden sich der 28-jährige Rumäne Toni Daniel S. und sein Komplize mit dem Vornamen Marian weiter auf der Flucht. Ihr Opfer befand sich unterdessen mit Rissquetschwunden und dem Verdacht auf einen Bruch über der linken Augenhöhle im Krankenhaus.

Die Fahnder - federführend ist die KD 1-Gruppe Schaffer - überprüften am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag mit Unterstützung der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) ihnen bekannte Lokale und mögliche Treffpunkte für die Verdächtigen. Auch Busse, die Passagiere nach Rumänien bringen, wurden kontrolliert. Zudem wurden Grenzübergänge alarmiert. All das diene vor allem dazu, den Fahndungsdruck auf das Duo zu erhöhen.

Zum Tathergang sagte Haimeder der APA, der Beamte dürfte "einfach zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen sein. Der 46-Jährige hatte nach einem entsprechenden Hinweis eines Informanten eine an sich routinemäßige Amtshandlung geplant: Er wollte in einem Haus, in dem sich mehrere illegale Ausländer aufhalten sollen, eine so genannte fremdenrechtliche Überprüfung durchführen.

Als er mehrmals an einer bestimmten Wohnungstür klopfte, wurde diese schließlich doch geöffnet und der Beamte sogleich von zwei Männern attackiert. Dabei war auch ein Messer im Spiel, das in erster Linie als Schlagwaffe eingesetzt wurde: Dem Beamten wurde mit dem Knauf auf den Kopf geschlagen. Die Täter raubten die Dienstwaffe des Uniformierten, der über sein Funkgerät noch Hilfe anfordern konnte, ehe er stark blutend zusammen brach. Die Männer ergriffen die Flucht.

Die Wohnung wird grundsätzlich von zwei Rumäninnen im Alter von 32 und 31 Jahren bewohnt. Eine davon ist als Prostituierte registriert. Auch ein vier Monate altes Baby lebt in dem Haushalt. Die Frauen dürften immer wieder Landsleute aufgenommen haben, ohne zu hinterfragen, zu welchem Zweck sich diese in Wien aufhielten. "Es dürfte ihnen wichtiger gewesen sein, von ihnen zusätzlich etwas Geld für die Unterkunft zu bekommen", fasste Haimeder den Stand der Ermittlungen zusammen. Dass die beiden Männer auf das Anklopfen des Polizisten so reagieren würden, dürfte die beiden Frauen völlig überrascht haben - sie öffneten die Tür freiwillig.

Die Polizei geht davon aus, dass die flüchtigen Männer in kriminelle Machenschaften - möglicherweise Einbrüche - verwickelt waren und das Erscheinen des Gruppeninspektors auf sich bzw. ihre strafbaren Handlungen bezogen hatten. Während es von Toni Daniel S. erstklassige Fahndungsfotos gibt, existiert von seinem Komplizen nur eine Personsbeschreibung: Dieser soll zwischen 25 und 30 Jahre alt und 170 Zentimeter groß sein. Der schlanke Mann mit dunkelbraunem, kurzem Haar, war zuletzt mit beigen Bermuda-Shorts und einem hellem T-Shirt bekleidet. Markantes Merkmal: Farbige, flammenmotivartige Tätowierungen an beiden Unterarmen.

(apa)