Polizeischutz zu Heiligabend: Koptisches
Weihnachtsfest wird von Trauer begleitet

Weiter Proteste nach brutalem Anschlag in Alexandria Auch in Österreich erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Polizeischutz zu Heiligabend: Koptisches
Weihnachtsfest wird von Trauer begleitet © Bild: APA/EPA

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot feiern die koptischen Christen in Ägypten das orthodoxe Weihnachtsfest. Viele von ihnen legten schwarze Trauerkleidung an, um an den Terroranschlag auf eine Kirche in Alexandria in der Silvesternacht zu erinnern. Einige junge Christen riefen außerdem zu Protesten während der Weihnachtsgottesdienste am späten Donnerstagabend auf.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen gab es auch bei den Feiern zur koptischen Weihnacht in Österreich. In Niederösterreich sollte es zusätzlichen Polizeischutz bei den Feierlichkeiten hunderter Kopten geben, berichtete der ORF. Am Sonntag sollte in der Koptischen Kathedrale in Wien-Donaustadt zudem ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des Neujahrsanschlags von Alexandria stattfinden.

Aus dem ägyptischen Innenministerium hieß es, man sei nicht nur auf die Abwehr möglicher Terroranschläge vorbereitet, sondern auch auf mögliche Zusammenstöße zwischen protestierenden Christen und der Polizei. An dem Gottesdienst in der Markus-Kathedrale in Kairo, den Kopten-Papst Shenouda III. leiten wird, will als Gast möglicherweise auch Gamal Mubarak teilnehmen. Der Sohn von Präsident Hosni Mubarak wird als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelt.

Muslime zeigen sich solidarisch
Die islamische Glaubensgemeinschaft stellte sich indes demonstrativ auf die Seite der Kopten. "Ich glaube fest, dass die religiöse, ethische und kulturelle Freiheit ein heiliges Gesetz ist", sagte der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Moschee, Ahmad Al-Tayyeb, der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" (Donnerstagsausgabe). Die Terroranschläge richteten sich nicht nur gegen die Christen, sondern gegen die ganze Nation, betonte al-Tayyeb laut Kathpress.

Auch der Wiener orthodoxe Metropolit Michael Staikos betonte in Wien die Solidarität mit allen leidenden Menschen, "aus gegebenem Anlass" insbesondere mit den koptischen Opfern in Ägypten, hat betont. Staikos unterstrich dabei den Geist "der Versöhnung, der Toleranz, des Dialogs und des Friedens unter allen Menschen guten Willens".

(apa/red)