Polizei "simuliert" am 30. Mai EM-Einsatz: Spiel gegen Schottland als "High Risk Game"

Ländermatch steigt aber "nur" im Hanappi-Stadion Unterstützung aus Ausland erst unmittelbar vor EURO

Am 30. Mai 2007 beginnt für die heimische Exekutive die "Simulationsphase" für die Fußball-Europameisterschaft 2008. Der freundschaftliche Länderkampf Österreich gegen Schottland im Hanappi-Stadion wird deshalb kurzerhand zum "High-Risk-Game" umfunktioniert. Die Beamten werden dann erstmals nach der 3D-Strategie "Dialog, Deeskalation und Durchgreifen" vorgehen.

Dass das Spiel nicht im Happel-Stadion stattfindet, ist laut Günther Marek, Leiter der nationalen Fußball-Informationsstelle im Innenministerium, kein Problem. Die Wiener Exekutive habe große Erfahrung mit sportlichen Großveranstaltungen, es gehe viel mehr darum, einzelne Situationen durchzuspielen, ohne aber groß in Erscheinung zu treten. Das Happel-Stadion, in dem nebst einigen Gruppenspielen auch das Finale stattfindet, wird zum Zeitpunkt des Schottland-Spiels gerade für die EM umgerüstet.

"Wir betrachten alle Länderspiele ab dem 30. Mai als Probelauf", so Marek im APA-Gespräch. Auch für die Beamten, die den Verkehr im Umfeld der vier EM-Spielorte Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg regeln werden, startet die Simulationsphase. Darin inkludiert sind Vermeidung des Individualverkehrs, Erstellung eines Verkehrslagebildes sowie eines Wegeleitsystems samt Sonderbeschilderungen für Parkplätze und Stadien, Auffangplätze für Pkw außerhalb der Stadtzentren, Beschleunigung der Fahrtstrecken für die Fußballteams, ohne dass der restliche Verkehr zusammenbricht.

Für Oberst Martin Germ vom Innenministerium finden im Moment "massive Vorbereitungsarbeiten" statt. Grund zur Panik bestehe allerdings nicht: "Wir stehen ja vor keiner komplett neuen Situation, große Spiele hat es immer schon gegeben, nur eben kein Turnier. Unsere Mannschaft, die im Einsatz sein wird, ist eine überaus erprobte."

Unterstützung aus dem Ausland wird erst unmittelbar vor der EURO 2008 eintreffen. 28 Länder haben bereits ihre volle Unterstützung zugesagt, Beamte nach Österreich zu entsenden. Laut Marek sollen sie sich vor allem im Nahbereich der jeweiligen Fan-Gruppen aufhalten. So sollen sich beispielsweise Carabinieri um italienische Anhänger kümmern, diese aufklären und über Rechte und Pflichten informieren. (apa)